Für den Kanton Aargau kommt unter den Armeestandorten am ehesten Bremgarten als Asylunterkunft in Frage. Dies obwohl das VBS in einer Liste mit Unterbringungsmöglichkeiten die Standorte Bettwil, Brugg und Othmarsingen, nicht aber Bremgarten aufgeführt hatte (wir berichteten).

Im Freiamt ist man von dieser Idee alles andere als begeistert. «Ich wurde verschiedentlich darauf angesprochen», sagt Bremgartens Stadtammann Raymond Tellenbach gegenüber der az. «Das Feedback ist durchwegs negativ.»

Sorge um Schulen und Märkte

In den Augen des Stadtammans ist eine Umnutzung der Truppen- in eine Asylunterkunft «keine besonders intelligente Lösung». Sollte die sie dennoch realisiert werden, so Tellenbach, müsste man gleichzeitig die Polizeipräsenz deutlich aufstocken. «Wir haben in Bremgarten grosse Schulen und man kennt die Probleme, die in diesem Umfeld im Zusammenhang mit Asylbewerbern entstehen.» Auch die beliebten Märkte im Städtchen sieht er in Gefahr. «Ohne massive Konzessionen, vor allem bezüglich Sicherheit und Entschädigung, würden wir uns nicht einverstanden erklären.»

Gelände bietet Möglichkeiten

Der Stadtammann sieht aber auch Chancen und wagt einen Blick in eine Zukunft nach der Nutzuntg der Truppenunterkünfte für Asylbewerber. «Die Frage ist, was danach kommt. Das Gelände könnte für eine Wohnsiedlung, das Gewerbe oder als Kulturbetrieb genutzt werden. Da gäbe es viele Möglichkeiten.»