Die Bevölkerung ist aufgerührt, die Polizisten sind frustriert – die Lage um die öffentliche Sicherheit spitzt sich allmählich zu: Kleinkriminelle – laut Polizei mehrheitlich aus Nordafrika – stehlen, überfallen Geschäfte, randalieren, knacken Autos und brechen dreist in Häuser ein. Sie machen Schweizern das Leben schwer.

Tele M1 über die 15'000 geforderten Polizisten

Braucht es ausländische Polizisten?

Nun sieht Jean-Marc Widmer, Präsident des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter, grossen Handlungsbedarf: «Ich fordere schweizweit 15000 Polizisten – lieber heute als morgen», sagt der oberste Polizist im «SonntagsBlick». Davon wäre nicht zuletzt auch der Aargau betroffen, den Widmer aufgrund der überaus stark angestiegenen Haus- und Autoeinbrüche hervorhebt.

Urs Hofmann rümpft die Nase

Doch was hält man im Aargau von dieser Idee? SP-Regierungsrat Urs Hofmann und Vorsteher des Aargauer Polizeidepartements rümpft die Nase: «Wir müssen mit den Leuten arbeiten, die wir zur Verfügung haben. Ausserdem hat sich die Bevölkerung schon dafür ausgesprochen, dass im Aargau das Polizeikorps aufgestockt wird», sagte Hofmann gestern zu Tele M1. Bis 2017 werden im Aargau 15 Prozent mehr Polizisten im Einsatz stehen.

Das entspricht rund 120 Personen. Dass diese Aufstockung bereits jetzt stattfindet, begrüsst FDP-Grossrat Franz Nebel, der kürzlich Vorstösse zur Kriminalität durch Asylbewerber eingereicht hat. Widmers Vorschlag mit der Zahl 15000 schlägt Nebel aber aus: «Ich glaube, es ist allen bewusst, dass man etwas gegen die Kriminalität tun muss. Aber dafür brauchen wir keinen Polizeistaat.» SP-Grossrat Ivica Petrusic hält derweil den Zeigefinger hoch: «Nicht jedes gesellschaftliche Problem lässt sich mit zusätzlichen Polizisten lösen. Die gesamte Gesellschaft ist in Sachen Integration gefragt.»

Basel: Ausländer sind Polizisten

Dass gesetzlich nur Schweizer den Polizeiberuf ausüben dürfen, ist sich Verbandspräsident Widmer bewusst. Eine Aufstockung in der Grösse von 15000 Polizisten könnte rein personell schwierig werden. «Es könnten etwa Deutsche, Österreicher oder Franzosen mit Niederlassung C, die also fünf Jahre in der Schweiz leben, Polizisten werden», schlägt er vor. Diese Ausnahme wird bereits in den Kantonen Basel-Stadt, Schwyz, Jura oder Neuenburg angewendet, nicht aber im Aargau. SP-Regierungsrat Hofmann: «Wir verfügen im Aargau über das Gesetz, dass nur Schweizer bei der Polizei sein dürfen. Bislang hatten wir kein Problem bei der Rekrutierung. Wir sollten alles daransetzen, dass das auch in Zukunft so bleibt und Einheimische den Polizei-Beruf ausüben.» Sein Parteikollege Petrusic hingegen würde ausländische Polizisten begrüssen: «Ausländer sollen auf allen gesellschaftlichen Ebenen einbezogen werden und ihren Beitrag für die Schweiz leisten dürfen.»