Brandschutz
Im Aargau gibt es vereinzelt zu wenig Löschwasserreserven – warum das trotzdem unproblematisch ist

Die Aargauische Gebäudeversicherung überprüft, ob alle Gemeinden über genügend Wasser in ihren Reservoirs verfügen. Obwohl das in wenigen Fällen nicht so ist, kommt keine Besorgnis auf.

Alessandro Crippa
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Löschreservoirs im Aargau sind zwar vereinzelt nicht ausreichend gefüllt, problematisch ist das aber noch nicht.

Löschreservoirs im Aargau sind zwar vereinzelt nicht ausreichend gefüllt, problematisch ist das aber noch nicht.

Symbolbild: Colin Frei

Im Kanton Aargau sind die Gemeinden gemäss Feuerwehrgesetz dazu verpflichtet, den Feuerwehren genügend Löschwasser zur Verfügung zu stellen. Das Volumen der benötigten Löschwasserreserve wird durch die Aargauische Gebäudeversicherung, kurz AGV, festgelegt.

Die Löschwasserreserven sind auf die Dimensionen der gemeindeeigenen Bauzone festgelegt. Fast laufend werden allerdings im ganzen Kanton Zonenpläne geändert und Bau- und Nutzungsordnungen angepasst. Die Gemeinden führen darüber Buch und deklarieren gegenüber der Gebäudeversicherung selbst, wie gross ihre Löschreserven sind. Die Aargauische Gebäudeversicherung bietet – quasi als Dienstleistung – die periodische Überprüfung der Reserven an.

Der Vorteil des «Wasserkantons»

Nun sorgt ein Satz in einem Newsletter der AGV für Aufsehen: «Nachfragen von Ingenieurbüros und Gemeinden haben vereinzelt gezeigt, dass bei gewissen Versorgungen Fehlmengen vorhanden sind.» Heisst das nun, dass die Bevölkerung Angst haben muss, dass ein brennendes Haus nicht gelöscht werden kann? Nein, sagt Christina Troglia, Generalsekretärin der Aargauischen Gebäudeversicherung.

Christina Troglia, Generalsekretärin Aargauische Gebäudeversicherung.

Christina Troglia, Generalsekretärin Aargauische Gebäudeversicherung.

zvg

Sie erklärt: «Wenn eine Gemeinde zu wenige Löschwasserreserven in ihren Reservoirs hat, heisst das noch nicht, dass die Löschwasserreserven generell nicht ausreichend sind.» Die Erklärung dafür ist einfach: Der Aargau ist ein «Wasserkanton». Es fliessen etliche Bäche und Flüsse, zudem gibt es viele Seen, aus denen im Brandfall Wasser bezogen werden könnte. «Das wird auch so praktiziert», sagt Troglia.

Sicherheit ist jederzeit gewährleistet

Zentral dabei ist aber, dass die Feuerwehren in den entsprechenden Gemeinden über allfällige Fehlmengen bei den Reserven informiert sind und bei einem Brand sofort die weiteren Möglichkeiten anvisieren könnten. Eine zusätzliche Alternative sei, erklärt Troglia, Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden aufzubieten, die ihrerseits Löschwasser bringen könnten.

Das heisst also, dass trotz vereinzelt festgestellten Fehlmengen keine Gemeinde «auf dem Trockenen» sitzt. Troglia betont:

«Die Sicherheit im Brandfall ist in jedem Fall gewährleistet. Es hat sicher nicht zu wenig Wasser.»