Bezirksgericht Zofingen

Brand in Tiefgarage gelegt: 62-jähriger Italiener muss ins Gefängnis

Brandstiftung in Oftringen: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Urteil“

Brandstiftung in Oftringen: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Urteil“

Ein 62-jähriger Italiener ist vom Bezirksgericht Zofingen zu fast drei Jahren Haft verurteilt worden. Er soll im Dezember 2017 ein Auto in einer Tiefgarage in Oftringen in Brand gesteckt haben. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten damals rund 60 Menschen evakuiert werden.

Staatsanwältin Jessica Walter zeigt sich gegenüber dem Regionalsender TeleM1 zufrieden mit dem Urteil: «Die Ausgangslage des Verfahrens war von Anfang sehr schwierig, da es sich um einen reinen Indizienprozess gehandelt hat.» Umso erfreuter ist sie nun über den Schuldspruch gegen den Brandstifter.

Der heute 62-jährige Italiener wird vom Gericht beschuldigt, einen VW Golf vermutlich mithilfe von Feuerwerkskörpern angezündet zu haben. Der Wagen stand zum Tatzeitpunkt in der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses. Die Bewohner mussten wegen der starken Rauchentwicklung mitten in der Nacht ihre Wohnungen verlassen

Einer dieser Bewohner ist Cosimo Vizzarro, der den Prozess in Zofingen als Strafkläger verfolgt hat. Für TeleM1 erinnert er sich zurück an jene Dezembernacht: «Ich war bereits im Halbschlaf und schaute Fernsehen, als uns die Polizei stürmisch um kurz nach vier Uhr morgens aus den Wohnungen klingelte.» Zu diesem Zeitpunkt habe es im Treppenhaus bereits nach Rauch gerochen.   

In Widersprüche verstrickt

Der Beschuldigte selbst bestreitet die Tat vehement und erklärte vor Gericht, dass er nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sei. Er habe in jener Nacht Einbrecher verfolgt und plötzlich den Rauch in der Tiefgarage bemerkt. Für die Staatsanwaltschaft war hingegen klar, dass die Aussagen des Angeklagten frei erfunden sind und sich der italienische Staatsbürger nach der Tat verdächtig verhalten habe.

Jessica Walter sagt dazu: «Er hat einen anonymen Anruf gemacht und sich später noch bei der Polizei gemeldet und erwähnt, dass er wertvolle Hinweise habe. Er hat sich dann aber in Widersprüche verstrickt.» 

Das Motiv für die Tat konnte schliesslich auch vor dem Bezirksgericht nicht geklärt werden. Nur so viel: der Angeklagte kannte die Besitzerin des Autos, dass er in Brand gesteckt haben soll. Auch wenn am Tatort beispielsweise keine DNA-Spuren des Beschuldigten ermittelt werden konnten, kam das Gericht zum Schluss, dass die Indizien für einen Schuldspruch genügen. Der 62-Jährige wurde zu fast drei Jahren Haft, zehn Monate davon unbedingt verurteilt. Der Angeklagte akzeptiert das Urteil nicht und will es vor das Aargauer Obergericht weiterziehen. (luk)

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