Sexarbeit

Bordelle in Bedrängnis: Corona-Virus verursacht Freier-Flaute

Bordelle in Bedrängnis: Coronavirus verursacht Freier-Flaute

Der Bericht aus Gebenstorf und Neftenbach von Tele M1.

Zwei Meter Abstand lautet die Empfehlung des Bundes zum Schutz vor dem Corona-Virus. Was im Alltag schon Mühe bereitet, ist im Sexgewerbe unmöglich. In vielen Bordellen und Tabledance-Clubs der Region ist derzeit deutlich weniger los als normal.

Im Gebi-Wellness in Gebenstorf ist es zurzeit ruhig. Seit dem Ausbruch des Corona-Virus suchen nur noch rund halb so viele Freier den Saunaclub auf wie üblich. «Die Leute haben Panik und kommen nicht», sagt Sexarbeiterin Lili zum Regional-TV-Sender Tele M1. So bleibt ihr nur, auf Kunden zu warten.

Die Geschäftsleitung hat die Hygiene-Massnahmen im Club verschärft. Die Handläufe, -griffe und die Bar würden konstant gereinigt, sagt die Geschäftsleiterin. Es sei alles sehr sauber. Die Wäsche werde sowieso immer nach jedem Kunden gewaschen und die Frauen duschten sich. Wenn eine Arbeiterin Symptome zeigte, würde sie umgehend nach Hause geschickt.

Im Table-Dance-Club «Garage Bar» in Neftenbach, Kanton Zürich, läuft gar nichts mehr. Die Leitung hat beschlossen, den Nachtclub zu schliessen, bis der Bund Entwarnung gibt. Dies, obwohl es höchstens Berührungen und keinen Sex gibt. «Früher oder später würde hier jemand angesteckt werden. Das wollen wir nicht», sagt Betreiberin Jasmin Dürr. Der Kontakt zwischen den Frauen und dem – sehr internationalen – Publikum sei eng.

Für die 25 bis 30 Artistinnen, die in der «Garage Bar» arbeiten, ist es eine schwierige Situation – besonders für Viktoria Larena. Es ist ihre einzige Stelle. Sie sagt: «Ich muss Versicherung, Krankenkasse und alles andere trotzdem bezahlen.» Wie sie das ohne Arbeit machen soll, weiss sie noch nicht.

(mwa)

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