Debatte
«Blödsinn»: SVP-Glarner und FDP-Jauslin wehren sich gegen die SP-Vorwürfe

Wegen des Falls Riniken schoss die SP gestern aus vollen Rohren gegen die bürgerlichen Parteien, die in der Regierung und im Parlament die Mehrheit innehaben. Diese kontern heute – auch mit deutlichen Worten.

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Andreas Glarner und Matthias Jauslin wehren sich gegen die Vorwürfe von Cédric Wermuth und Elisabeth Burger von der SP.

Andreas Glarner und Matthias Jauslin wehren sich gegen die Vorwürfe von Cédric Wermuth und Elisabeth Burger von der SP.

AZ-Archiv

Die bürgerliche Aargauer Regierung sei «direkt verantwortlich für die Welle von Hass und Ausgrenzung, die im Moment von Bettwil über Aarburg bis Riniken über unseren Kanton rollt», sagte SP-Co-Präsident Cédric Wermuth gestern. Wegen der «katastrophalen Steuer- und Finanzpolitik» stünden viele Gemeinden mit dem Rücken zur Wand. Der Kanton schiebe immer mehr Aufgaben und Lasten an die Gemeinden ab, und dort richte sich deshalb die Wut gegen Sozialhilfebezüger und Asylsuchende. Das führe zu einer «Welle von Fremdenhass und Ausgrenzung».

Die FDP will das nicht auf sich sitzen lassen. In einer Medienmitteilung schreibt sie von «dreisten Aussagen», mit denen die SP nicht nur die bürgerlichen Parteien verunglimpfe, sondern auch die Aargauer Gemeinden und deren Einwohner, die als Fremdenhasser bezeichnet würden. Die SP betreibe «nichts anderes als billige Polemik», sprich unsachliche Kritik. «Das hat überhaupt keinen Zusammenhang», sagt FDP-Präsident Matthias Jauslin gegenüber Radio Argovia.

Diese Meinung teilt SVP-Fraktionschef Andreas Glarner: «Es ist ein Blödsinn, diese zwei Sachen miteinander zu vermischen», äussert er sich gegenüber dem Radiosender. Und fährt schweres Geschütz auf: Der «krasse Sozialmissbrauch», der immer mehr um sich greife und «den die SP mit ihren Helfershelfer» schütze, habe nichts damit zu tun, dass die Gemeinden immer mehr belastet werden.

Cédric Wermuth ist dagegen überzeugt, dass der Aargau einen schlechten Ruf geniesse wegen Gemeinden wie Aarburg, Bettwil oder Riniken. Diese haben sich gegen neue grosse Asylunterkünfte gewehrt respektive den Zuzug von Sozialhilfeempfängern vermeiden wollen. «Wir sind als Kanton Aargau schweizweit zu einem Synonym geworden für eine Art und Weise, wie man mit Asylsuchenden und Sozialhilfeempfängern umgeht, wie das überhaupt kein Vorbild ist», so Wermuth gegenüber Radio Argovia. (pz)

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