Wie weiter?

Mike Müller fragte an der «Bestatter»-Vorpremiere im Kino Ideal am Montagabend Regisseur Chris Niemeyer, ob es wieder einmal eine Aargau-Fernsehserie geben werde. «Ich schreibe schon eine – sie heisst ‹Der Brändli-Bomber›», witzelte Niemeyer.

Zahlenspiel

Hätten sie gewusst, wie viele Tote es bisher im «Bestatter» gegeben hat? 76, hiess es an der Vorpremiere.

Das war die Vorpremiere der siebten Staffel von "Der Bestatter" in Aarau:

Stichwort

Von Landstatthalter und Polizei-Vorsteher Urs Hofmann wollte Mike Müller wissen, was denn die Polizei im «Bestatter» fachlich alles falsch gemacht habe. «Die Filmcrew hatte die Kantonspolizei Aargau als Berater», sagte Hofmann, «also haben sie wohl nichts falsch gemacht – wenn du als Bestatter nicht immer reingepfuscht hättest.»

Aargau oder nicht?

Seinerseits wollte Regierungsrat Hofmann wissen, weshalb ausgerechnet der Aargau als Schauplatz für die Krimiserie ausgesucht worden war: «Weil wir die beste Polizei haben oder die schönsten Leichen?» – Weil er als Oltner in Zürich wohne und der Aargau halt dazwischen liege, parierte Müller. Auch Bettina Alber, Leiterin Serien beim Schweizer Fernsehen, schwärmte vom Kanton – da verzeiht man ihr auch, das sie «ins Aargau» statt «in den Aargau» sagte ...

Die schönsten Momente aus den vergangenen sechs Staffeln:

Es klemmt nicht leicht

Vor dem wärmenden Teil im Kinosaal war eine Gruppe von 60 geladenen Gästen in den Genuss einer exklusiven «Bestatter»-Führung des Tourismusbüros aarau info gekommen. Da erfuhren die Fans, aufgeteilt in drei Gruppen, unter anderem, wo in Aarau unter anderem für die 7. Staffel gedreht wurde. Nebst der Pferderennbahn kamen «Bolliger Schmuck + Uhren» in der Rathausgasse zum Handkuss – und in den Genuss einer kompletten, temporären Ladenumgestaltung. Statt weisser Eleganz setzte die Crew auf Holz. Damit wurden alle Vitrinen eingekleidet, wie Stadtführerin Susi Böss erklärte. Uhrmacher und Geschäftsführer Christian Bolliger habe dann dem Schauspieler einen Crashkurs in Sachen fachkundigen Prüfens einer Uhr erteilen müssen – und im sicheren Festklemmen des Okulars.

Getäferte Stube

Apropos «mit Holz einkleiden»: Barbara Erb staunte nicht schlecht, als sie am Abend zurück in ihre Wohnung kam. Die Tellianerin hatte nämlich der Filmcrew ihre Wohnung als Drehort überlassen. Daheim fand sie eine komplett andere Wohnung vor als die, die sie am Morgen verlassen hatte. «Nicht nur, dass unsere Stube plötzlich getäfert war, da hingen auch ein Geweih, Bisonkopf und ein Kuhfell an der Wand», erzählte sie zu Beginn der exklusiven «Bestatter»-Führung. Nach vier Drehtagen habe aber alles wieder genau an Ort und Stelle gestanden. Welcher Filmfigur diese geschmackvoll eingerichtete Junggesellenwohnung wohl gehört?

Zum Glück sieht sie nichts

Der Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Kirchplatz hat in den 375 Jahren seit seiner Entstehung schon einiges erlebt. Revolutionen, Hungersnöte, Stadtfeste, dazu eine Verschiebung von der Rathausgasse an den heutigen Standort. Was er aber diesen Sommer erlebt hat, dürfte in seiner Geschichte doch einzigartig bleiben. Der Gerechtigkeitsbrunnen wurde Ort eines Verbrechens: In seinem Trog wurde eine Leiche gefunden. Eine furchtbar wüste Leiche, wie zufällige Augenzeugen der Dreharbeiten berichten. Wie gut, dass die arme Justitia auf ihrer Säule die Augen schön verbunden hat, und sich das Geschehen zu ihren Füssen nicht zu Gesicht bekam.

Per Vertrag Bleichgesicht

Fabio Testi, Luc Conrads verträumter Geschäftspartner – was wäre der «Bestatter» ohne ihn. Und was wäre der Grufti mit knackig sonnigem Teint? Eben. Deshalb, so wusste Stadtführerin Susi Böss zu berichten, habe Schauspieler Reto Stalder eine Passage im Vertrag, die ihm untersage, sich zu lange an der Sonne aufzuhalten. Das macht Sinn, bei all der Schminke, die man ihm ansonsten jeden Drehtag aufs Neue auftragen müsste. Zu Beginn der Dreharbeiten habe die Maske übrigens rund drei Stunden in Anspruch genommen. Inzwischen liege man – dank Airbrush-Technik – bei einer Stunde.

Der Bus steht im Weg

Dass der Busverkehr durch die Aarauer Altstadt ganz schön mühsam sein kann, erlebten die geführten Gäste am Montagabend mehrfach. Dass er aber auch ganz praktisch sein kann, bekamen sie ebenfalls zu hören. Dann nämlich, wenn ein Bus in einer Szene gemäss Drehbuch dem auf dem Velo flüchtenden Fabio im Torbogen beim Oberturm den Weg versperren soll. Man habe das noch nicht einmal timen müssen, flachste Stadtführerin Susi Böss, schliesslich komme einem da ja praktisch ständig ein Bus entgegen. Wie praktisch! (NRO/ksc)