Zuerst ein paar Zahlen und Fakten: 50 Aargauische Blasmusikvereine mit rund 1500 Teilnehmern werden am Samstag, 5. Mai, zwischen 10 und 11 Uhr an rund 50 Standorten im Aargau auftreten. Gleichzeitig soll dann unter der Leitung des Dirigenten Douglas Bostock das Stück «Stelle dell’Argovia» (Aargauer Sterne) uraufgeführt werden. Wie das funktionieren soll, erklärt André Keller, Kantonalvorstand des Aargauischen Musikverbands: «Wir nutzen die sozialen Medien, um das Monsterkonzert live aufzuzeichnen und zu streamen.» Das heisst: An einigen der 50 Konzertstandorte werden Leinwände oder Bildschirme installiert, wo die Musikanten Bostock sehen und seiner Direktion folgen. Dort, wo keine Leinwände aufgebaut werden, halten die Dirigenten der einzelnen Musikgesellschaften ein Smartphone in der Hand, sehen darauf «Hauptdirigent» Bostock und folgen dessen Bewegungen.

Image soll geändert werden

Das Monsterprojekt läuft unter dem Namen #BlasmusikAargau goes live &together und verfolgt mehrere Ziele. Vorstand Keller: «Wir wollen die Leute überraschen und ihnen zeigen, dass Blasmusik nicht alt und verstaubt ist.» Deswegen nutze man Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook. Vor allem aber Youtube, wo man die Auftritte auch von zu Hause aus verfolgen kann. «Der Aargauische Musikverband will sein Image verändern und moderner auftreten», sagt Keller. Wie andere Vereine auch kämpfe die Blasmusik mit schwindenden Mitgliederzahlen. «Blasmusik gehört aber zum Kulturgut. Damit das so bleibt, wollen wir zeigen, dass wir auch dynamisch und innovativ sein können.» Die Idee zum Projekt #BlasmusikAargau entstand letzten Oktober. Der Musikverband informierte die rund 175 Musikvereine im Kanton und stellte ihnen die Idee vom Monsterauftritt vor. «Die Reaktionen waren sehr positiv», sagt Keller. «Wir gaben daraufhin einen Marsch beim Laufenburger Komponisten Peter Erhard in Auftrag und konnten Douglas Bostock für das Projekt gewinnen.»

Gemeinschaftsgefühl stärken

Das Stück, das Bostock dirigieren wird, heisst «Stelle dell’Argovia», also «Aargauer Sterne». Laut Keller hat der Name einen tieferen Sinn: «Sterne kommen im Logo des Aargauischen Musikverbands vor und auch im Wappen des Kantons. Sterne sind aber auch die einzelnen Musikvereine.» Denn der Musikverband will das Gemeinschaftsgefühl der einzelnen Vereine stärken: «Der Verband ist eher statisch, kümmert sich um Reglemente und Statuten. Dass wir nun eine Idee für einen gemeinsamen Auftritt entwickelt haben und mit den Vereinen zusammenspannen, gab es vorher noch nie», so Keller. Erste Erfolge zeichnen sich ab: «Das Motto im Zeichen der sozialen Medien hat einige Vereine bereits jetzt dazu motiviert, selbst einen Facebook- oder Instagram- account einzurichten.»

Am Samstag werden die meisten Musiker in Brugg auftreten, wo drei Vereine zusammen spielen. Weitere Auftritte finden im Shoppi Tivoli in Spreitenbach oder im Tägipark in Wettingen statt – aber auch in kleinen Gemeinden wie Kaisten oder Zetzwil. Keller: «Egal, an welchem Ort – die Auftritte sollen zu spontanen Volksfesten werden.»