Schnäppchenjagd
Black Friday erreicht den Aargau – warum einige Händler nicht mitmachen

Kelly Spielmann
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Am Black Friday hoffen Kunden auf Schnäppchen und Verkäufer auf Extra-Umsatz.

Am Black Friday hoffen Kunden auf Schnäppchen und Verkäufer auf Extra-Umsatz.

Keystone

Zuerst war es Halloween, danach kam der Valentinstag und der Singles' Day. Nun drängt sich mit dem Black Friday ein weiterer, ursprünglich amerikanischer Anlass auf den Schweizer Markt. In den Staaten ist der Tag nach Thanksgiving – jeweils der vierte Freitag im November – schon seit Jahren für Rabatte und Sonderangebote bekannt. Dank seiner wachsenden Popularität sind solche heute auch im Kanton Aargau zu finden.

So beispielsweise in den vier Manor-Filialen des Kantons in Aarau, Wohlen, Spreitenbach und Baden. Der Black Friday hat in diesen einen besonders hohen Stellenwert, denn Manor nennt sich selbst den «Erfinder des Black Fridays in der Schweiz». Seit 2015 gibt es bei Manor jeweils Sonderangebote – und dies gleich an mehreren Tagen, in diesem Jahr seit diesem Mittwoch und noch bis und mit heute Freitag. Manor nennt denn auch sein Angebot «3 special Black Fridays».

«Auch in diesem Jahr gibt es, genau wie in den Vorjahren, wieder grosse Rabattaktionen für unsere Kunden», sagt Sofia Conraths, Mediensprecherin von Manor. Es gibt bis zu 30 Prozent auf Heim & Haushalt, Gepäck, Multimedia, Elektro und Food, wenn man die Manor-Karte hat.

Das erklärte Ziel der Aktion: Der Umsatz im November soll gesteigert und der Weihnachtsverkauf angekurbelt werden. Da der Kundenansturm an den Tagen um den Black Friday gross sei, werde in gewissen Filialen mehr Personal eingesetzt.

Längere Öffnungszeiten

Mehr Personal muss nicht nur in den Manor-Filialen aufgeboten werden. Um den Ansturm am Freitag auffangen zu können, werden auch im Einkaufscenter Shoppi Tivoli in Spreitenbach Massnahmen ergriffen: «Wir fahren mit einem Dispositiv auf, das einem Samstag entspricht», sagt Centerleiter Patrick Stäuble. Im 2017 hatte das Center am Black Friday 26'510 Besucher.

Zum Vergleich: An einem gewöhnlichen Freitag gibt es zwischen 13'000 und 15'000 Besucher. Dieses Jahr rechne man mit noch mehr Kunden, weil der Tag an Bekanntheit gewinne. Dies, obwohl centerweit keine übergreifenden Aktionen angeboten werden. «Jedes Geschäft ist für seine Aktionen und Rabatte selber verantwortlich und entscheidet somit selber, ob er am Black Friday ebenfalls ein Spezialangebot gewährt oder nicht», so Stäuble. Auf Wunsch einiger Geschäfte habe man aber die Öffnungszeiten verlängert: Statt bis um 20 Uhr bleibt das Shoppi Tivoli am Freitag bis um 21 Uhr offen.

Auch das Perry Center in Aarburg verlängert seine Öffnungszeiten bis 22 Uhr. Centerleiter Ruedi Bügler bestätigt, dass das ganze Center am Black Friday mitmacht; er will die Angebote aber noch nicht verraten. Auch hier muss für den Tag mehr Personal aufgeboten werden als an einem gewöhnlichen Freitag.

Schwierig für lokales Gewerbe

Doch nicht alle Geschäfte springen auf den Trend aus den USA auf. So macht beispielsweise das Wynecenter in Buchs nicht mit beim Black Friday. Der Grund: «Die Migros Aare bietet in diesem Jahr keine speziellen «Black Friday»-Angebote», so Mediensprecherin der Migros Aare Andrea Bauer. Einzig «melectronics» bietet Rabatte an. Diese sind jedoch über den Migros-Genossenschaftsbund gesteuert und nicht durch die Migros Aare.

Die Vereinigung Zentrum Aarau, bei der mehrere Aarauer Detailhändler dabei sind, hat ebenfalls keine übergreifende Aktion geplant, wie Präsident Stefan Jost erklärt. «Es ist für den Kunden zwar grundsätzlich gut, dass er von der gross organisierten Schnäppchenjagd profitieren kann», sagt Jost. «Aber als Geschäftsführer bin ich gespalten», schiebt er nach.

Denn während die Grossisten es einfacher hätten, Rabatte zu gewähren und speziell für diesen Tag günstige Waren einzukaufen, sei es für das lokale Gewerbe kaum möglich, mitzuhalten. Bei der Vereinigung sei man ausserdem froh, dass der Black Friday nicht auf denselben Freitag falle wie der Night-Shopping-Anlass in der Stadt. Das habe es auch schon gegeben. «Da wussten wir gar nicht, ob die Leute für den Black Friday oder das Night Shopping kamen», so Jost.

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