Wer Strom aus Wasserkraft produziert und diesen nicht an gebundene Kunden verkaufen kann, also solche, die den Anbieter nicht frei wählen dürfen, hat ein grosses Problem. Ungebundene Kunden, also Grossabnehmer wie Industriebetriebe, können den günstigsten Anbieter wählen.

Mit diesem Stromlieferanten können einheimische Produzenten angesichts enorm tiefer Marktpreise sehr oft nicht mehr mithalten. Darunter leiden Konzerne wie Alpiq und Axpo besonders stark.

Soll der Staat jetzt allen mit einem deutlich tieferen Wasserzins helfen, wie der Bund vorschlägt? Manche Beobachter verweisen auf die früheren fetten Gewinne der Strombarone und empfehlen, diese sollen die Durststrecke selbst überwinden.

Wer so argumentiert, vergisst eines: Strombarone sind wir alle. Der Aargau hält direkt und indirekt knapp 30 Prozent an der Axpo. Viele Kantone kassierten früher Gewinne und brauchten diese für ihre Ausgaben (Bildung, Sicherheit etc.). Weitere Gelder flossen noch jüngst in Investitionen, die sich auf absehbare Zeit nicht rechnen.

Da hilft alles Lamentieren nichts. Die Wasserkraftwerke müssen entlastet werden.
Allerdings nicht mit der Giesskanne. Die Aargauer Regierung will nur Notleidenden helfen. Das ist verständlich. Denn wenn der Wasserzins auch für solche sinkt, die womöglich noch rentabel sind, verschenkt der Aargau Geld, das jene Firmen nicht brauchen und das der Kanton selbst nicht hat. Nötig ist deshalb eine differenzierte Lösung, welche die Kantonsfinanzen schont und nur jenen Stromkonzernen hilft, die es wirklich nötig haben.