Regierungsratswahlen

Bisherige arbeiten gern zusammen — trotz unterschiedlichen Positionen

Von links: Jean-Pierre Gallati, Alex Hürzeler, Markus Dieth und Stephan Attiger würden gern zusammen weiter regieren.

Von links: Jean-Pierre Gallati, Alex Hürzeler, Markus Dieth und Stephan Attiger würden gern zusammen weiter regieren.

Die vier wieder antretenden Regierungsräte sehen sich als gutes Team und möchten zusammen weiterregieren. Die Diskussionen aufgrund der verschiedenen Positionen verbessern Projekte.

Landammann Markus Dieth, Landstatthalter Stephan Attiger, Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Gesundheitsdirektor Jean-­Pierre Gallati treten zu den Wahlen am 18. Oktober wieder an. Das ist bekannt. Sie sind auch schon von ihren Parteien nominiert. Jetzt luden die vier zu einem Medientermin nach Brugg-­Lauffohr ins Wasserschloss, wo Aare, Reuss und Limmat zusammenfliessen.

Vom Parkplatz bei der Aarebrücke folgte ein kleiner Spaziergang an friedlich grasenden Wasserbüffeln vorbei zum Limmatspitz, ideal natürlich für ein coronagerechtes Gruppenfoto (vgl. Bild). Den Ort wählte Markus Dieth als Symbol dafür, dass die vier wieder antretenden Regierungsräte in der Nähe eines der grossen Aargauer Flusses wohnen: Die Ostaargauer Dieth und Attiger nahe der Limmat, der Freiämter Gallati nahe der Reuss, der Fricktaler Hürzeler nicht ganz so nahe am Rhein. Aber die Sissle fliesst ja auch in den Rhein.

Die Botschaft der vier: Sie hätten sich alle (inklusive Urs Hofmann, der nicht mehr antritt, und am Anlass nicht dabei war) mit Herzblut für den Aargau eingesetzt, und gut zusammengearbeitet, auch in der Coronazeit, so Dieth. Das würden sie gern weiter zusammen tun.

Attiger bestätigte, es funktioniere im Gremium sehr gut. Natürlich gebe es unterschiedliche Positionen, durch Diskussionen könnten aber Projekte verbessert werden – und würden verbessert: «Wir winken einander die Geschäfte nicht durch.» Seine Aussage, er habe noch nie so «geplangt» wie auf den neuen Gesundheitsdirektor (Attiger leitete nach dem Abgang von Franziska Roth ein halbes Jahr lang zwei Departemente), überraschte allerdings niemanden.

Bei Jean-Pierre Gallati, so lobt Attiger den neuen Gesundheitsdirektor, sei das Departement in guten Händen: «Schon in der zweiten Regierungssitzung hatte man nicht mehr das Gefühl, er sei neu.» Gallati gibt die Blumen umgehend zurück. Er sei dank des damaligen Landammanns Urs Hofmann, dann von Markus Dieth, und vom Gremium überhaupt gut aufgenommen worden. Dass sein Wechsel in die Regierung so klappe, «hätten manche vom früheren Oppositionsführer von Wohlen wohl nicht gedacht», sinnierte er. Dass sie gut zusammenarbeiten und das weiter tun möchten, hätte er auch gesagt, wenn Urs Hofmann nochmals angetreten wäre, betonte er.

Alle möchten Aufgaben im Departement fortführen

Alex Hürzeler hat bereits drei Amtsperioden gemacht, in dieser Zeit viel aufgegleist. Er kandidiere aber «sehr motiviert für eine vierte Amtsperiode». Jetzt sei Umsetzung und Konstanz angesagt, er würde da gern weiter mit den anderen Bisherigen tätig sein, sagte Hürzeler. Damit wurde auch klar, dass er bei einer Wiederwahl Bildungsdirektor bleiben möchte.

Eine kleine Umfrage zeigt, dass keiner der vier Wechselgelüste hat. Gallati bestätigt damit, was er schon im Vorfeld seiner letztjährigen Wahl gesagt hat. Auch Finanzdirektor Dieth und Baudirektor Attiger (Attiger ist seit kurzem Präsident der kantonalen Umweltdirektorenkonferenz) fühlen sich wohl in ihren Departementen.

Davon ausgehend, dass die Bevölkerung in unsicheren Zeiten wie jetzt (Corona) nicht auf Experimente setzt und die vier im Amt bestätigen dürfte, bedeutet dies: Der oder die Neue (Dieter Egli/SP oder Christiane Guyer/Grüne) muss sich auf das freiwerdende Volkswirtschaftsdepartement von Urs Hofmann einstellen.

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