Bildung
Älter oder jünger – männlich oder weiblich? Die neusten Statistiken zu den Aargauer Schul- und Lehrkräften sind da

Die Geschlechterverteilung unter den Lernenden und den Lehrpersonen, die sprachliche Vielfalt im Unterrichtsbetrieb oder die Bandbreite des Altersbereichs in den einzelnen Abteilungen. Die wichtigsten Erkenntnisse der neuen Schul- und Lehrkräftestatistik des Kantons Aargau.

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Die Geschlechterverteilung der Lehrpersonen in der Primarschule hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert.

Die Geschlechterverteilung der Lehrpersonen in der Primarschule hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert.

Keystone

Der Kanton Aargau hat am Donnerstag die neusten Statistiken zu den Schul- und Lehrkräften veröffentlicht. Dabei zeigen sich vor allem zwei Punkte: Heterogeniät und Viefalt.

Die Struktur der Aargauer Volksschule im Schuljahr 2020/21 zeigt, dass das Geschlechterverhältnis unter den Lernenden der Primarstufe nahezu ausgeglichen ist. Im Gegensatz zur Sekundarstufe I: Hier überwiegen die Schülerinnen mit einem Anteil von 53,2 Prozent in der Bezirksschule, die Schüler in der Sekundar-und Realschule mit einem Anteil von 51,6 respektive 57,0 Prozent.

Kindergarten und Primarschule: Lehrerinnen stark übervertreten

Auch bei den Lehrpersonen der Primar-und Sekundarstufe I ist die Geschlechterverteilung sehr unterschiedlich, wie die neusten Auswertungen von Statistik Aargau zeigen. Im Kindergarten und in der Primarschule sind die Frauen mit einem Anteil von 98,9 respektive 85,2 Prozent stark übervertreten. Auf der Sekundarstufe I hingegen zeigt sich ein anderes Bild. Hier liegt der Frauenanteil bei 58,2 Prozent in der Bezirksschule, bei 56,6 Prozent in der Sekundarschule und bei 60,7 Prozent in der Realschule.

Die Geschlechterverteilung der Lehrpersonen im Kindergarten und in der Primarschule hat sich während der vergangenen zehn Jahren kaum verändert. In den Schulen der Sekundarstufe I hingegen sind Frauen im aktuellen Schuljahr etwas stärker vertreten als vor zehn Jahren. Frauen unterrichten aktuell 54,9 Prozent der Vollzeitäquivalente, während es im Schuljahr 2010/11 noch 50,3 Prozent aller Vollzeit-äquivalente waren.

131 Herkunftsländer und 48 verschiedene Sprachen

Bezüglich Sprachen und Nationalitäten zeigt sich in der Volksschule folgende Situation: Die total 77'787 Volksschülerinnen und Volksschüler stammen aus 131 verschiedenen Herkunftsländern und sprechen 48 verschiedene Sprachen. Tiefe fremdsprachigen Anteile finden sich in der Bezirksschule, wobei der Anteil der Fremdsprachigen in der Bezirksschule seit 1998 von 5,6 auf 17,2 Prozent gestiegen ist. Der Altersbereich der Lernenden liegt bei Eintritt in den Kindergarten mit Ausnahme von Einzelfällen zwischen 4 und 5,8 Jahren. Die Altersspanne vergrössert sich bis zum Abschluss der obligatorischen Volksschule auf einen Bereich von 14,8 bis 18,0 Jahren (Einzelfälle ausgenommen).

Von den insgesamt 8’947 Lehrpersonen an der Aargauer Volksschule sind 2’132 Lehrpersonen (23,8 Prozent) jünger als 35 Jahre, 3’231 zwischen 35 und 50 (36,1 Prozent) Jahre alt und 3'584 älter als 50 Jahre (40,1 Prozent). Der grösste Teil der Lehrpersonen ist folglich mehr als 50 Jahre alt. Heterogenität bei den Lernenden auf Sekundarstufe II Auch in den Mittel-und Berufsfachschulen, das heisst der Sekundarstufe II, ist das Geschlechterverhältnis der Lernen-den je nach Ausbildungsrichtung recht unterschiedlich. Während in den Gymnasien 60 Prozent der Lernenden Frauen sind, sind in den Berufsausbildungen 58 Prozent der Lernen-den Männer.

84 Prozent Frauen in Gesundheitsberufen, 76 Prozent Männer im Gewerbe

Unter den Berufsausrichtungen finden sich noch deutlichere Unterschiede. Der Männeranteil bei den gewerblich-industriellen Berufen liegt bei 76,4 Prozent, der Frauenanteil bei den kaufmännischen Ausbildungen bei 60,0 Prozent. Am stärksten unterscheiden sich die Anteile bei den Gesundheitsberufen, die zu 84,0 Prozent von Frauen gewählt werden. Bei den Lernenden an Mittelschulen zeigt sich ein Migrationshintergrund von 72 verschiedenen Nationalitäten bei einem Ausländeranteil von 17,3 Prozent.

An den Berufsfachschulen liegt der Ausländeranteil bei 24,7 Prozent. Der Migrationshintergrund wird hier über die Staatszugehörigkeit definiert, wobei Doppelbürgerinnen und Doppelbürger mit einem schweizerischen Pass ausgenommen sind. Die Geschlechterverteilung der Lehrpersonen an den Mittel-und Berufsfachschulen ist wesentlich ausgeglichener als an der Volksschule. An den Mittelschulen unterrichten 812 Lehrpersonen, davon sind 400 Frauen. An den Berufsfachschulen ist der Frauenanteil mit 44,5 Prozent etwas niedriger. Vor zehn Jahren unterrichteten Frauen an Mittelschulen 38,4 Prozent aller Vollzeitäquivalente. Im aktuellen Schuljahr sind die Geschlechterverhältnisse etwas ausgeglichener: 45,3 Prozent der Vollzeitäquivalente werden von Frauen unterrichtet. (az)

Statistiken online einsehbar

Der Kanton Aargau gewährt freien Zugang zu den heute veröffentlichten Statistiken. Sie können diese unter diesem Link abrufen.

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