Aarburg
Bieler Ex-Stadtpräsident Hans Stöckli engagiert sich für Aarburg

Die Gemeinde Aarburg hat einen grossen Fisch an Land gezogen: Der Berner SP-Ständerat und ehemalige Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli will dem Städtchen helfen, die Überbauung Bahnhof West zu realisieren.

Fabian Muster
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Ständerat Hans Stöckli.Digital Image

Ständerat Hans Stöckli.Digital Image

Er soll vor allem die Kontakte zu den SBB-Verantwortlichen herstellen, die er noch aus seiner Bieler Zeit als Stadtpräsident kennt. Konkret geht es um einen 800 m grossen Landstreifen neben dem Bahnhof, welcher den SBB gehört.

Die Gemeinde will dieses Grundstück kaufen, damit sie das Areal Bahnhof West als Ganzes einem Investor veräussern kann. Die Verhandlungen mit den SBB sind allerdings ins Stocken geraten. Mit Stöckli hofft die Gemeinde, dass es wieder vorwärtsgeht. Was der Grund für die zähen Verhandlungen ist, darüber kann nur spekuliert werden: Weder vonseiten der SBB noch vonseiten der Gemeinde will jemand dazu Stellung nehmen.

Stöckli arbeitet ehrenamtlich

Auch Hans Stöckli selbst, der sonst Medienauftritte nicht scheut, möchte die Sache nicht an die grosse Glocke hängen. Zitiert werden will er in der Zeitung nicht. Mehr Auskünfte gibt Enrico Slongo. Er ist Projektleiter des Berner Büros R. Rast Architekten, das ein Mandat innehat für die Aarburger Stadtaufwertung. Stöckli sei «im weitesten Sinne beratend» tätig, so Slongo. Angefragt worden für das Engagement des Aargauer Städtchens sei Stöckli von Rudolf Rast, dem Inhaber des Büros. Rast war einst Technischer Direktor der Expo.02, die unter anderem in Biel stattfand.

Laut Slongo existiere kein offizielles Mandat, es beruhe nur auf der guten Bekanntschaft zwischen Stöckli und Rast. Geld erhält Stöckli nicht. Slongo hofft, dass Aarburg mit dem ehemaligen Stadtpräsidenten «schneller und leichter Zugang zu den richtigen Leuten bei den SBB» erhält, damit der Kauf über die Bühne gehen kann.

Das südliche Eingangstor zu Aarburg

Das Projekt Bahnhof West ist einer der zentralen Pfeiler für die Entwicklung des Städtchens. Es soll dereinst das südliche Eingangstor zu Aarburg werden. Die Überbauung liegt direkt am gemeinsamen Bahnhof mit Oftringen und am Autobahnanschluss zur A1 und A2. Geplant sind Wohnungen, Gewerbe- und Büroflächen. Der Architekturwettbewerb ist bereits abgeschlossen, der Gestaltungsplan durch den Kanton vorgeprüft, jetzt fehlt nur noch ein Investor, der die berechneten 60 Millionen Franken für das Bauprojekt aufwendet und dafür das Land der Gemeinde abkauft.

Mit dem Landverkauf will Aarburg einen Fonds äufnen, mit dem die Gemeinde ihre Quartiere aufwertet. Selbst der Bund hat den Bedarf im Städtchen mittlerweile erkannt: Mit dem Programm «Projet urbains» unterstützt der Bund die Bemühungen der Gemeinde, die Lebensqualität der Bewohner im Gebiet Aarburg Nord zu verbessern.

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