Grafik: Elia Diehl

Vor vier Jahren verlor die SP im Bezirk Zofingen ihren dritten Sitz. Relativ unglücklich, weil die EDU dank des Pukelsheim-Wahlverfahrens in der Hoffnungsrunde den Sprung nach Aarau in extremis noch geschafft hat. Dieses Jahr spekulierten die Sozialdemokraten darauf, der EDU diesen Sitz abjagen zu können.

Doch es kam anders: Die SP gewann ein Mandat auf Kosten der BDP, die mit einer kümmerlichen Liste von nur noch zwei Kandidaten angetreten war. Da nützte es auch nichts, dass ihr Spitzenmann, der bisherige Grossrat Roland Basler (Kölliken), seit März Präsident der BDP-Kantonalpartei ist. Basler erhielt nur noch 1217 Stimmen. Vor vier Jahren waren es 1577. Im Bezirk Zofingen verlor keine andere Partei so viel an Stimmenanteil wie die BDP.

Wahl ab dem 13. Listenplatz

«Wir sind sehr zufrieden», zog der bestgewählte Sozialdemokrat Manfred Dubach (Zofingen) am Sonntag eine erste Bilanz. Die ganz grosse Überraschung war nicht, dass die SP den dritten Sitz holte, sondern wer den Sprung nach Aarau schaffte. Und mit wie grossem Vorsprung.

Die Mühlethalerin Rahela Syed (48) distanzierte den Aarburger Gemeinderat Rolf Walser um 281 Stimmen. Walser wurden im Vorfeld des Wahlgangs die grössten Chancen für ein allfälliges drittes SP-Mandat eingeräumt. Er kandidierte denn auch auf dem 3. Listenplatz, Rahela Syed auf dem 13. Platz.

«Ich habe kandidiert, weil ich der Partei helfen wollte», erklärte am Sonntagabend Rahela Syed. «Ich habe nie gedacht, dass ich gewählt würde.» Und: «Ich habe ehrlich gesagt keinen persönlichen Wahlkampf betrieben: kein Plakat, kein Inserat, keinen Leserbrief.»

Offensichtlich hatte sie das auch nicht nötig, weil sie bereits genügend bekannt ist. Rahela Syed ist in Zofingen als Tochter einer Schweizerin und eines Pakistanis aufgewachsen. Sie ist Mutter eines 14-jährigen Sohnes und wohnt in Mühlethal.

Rahela Syed hat an der Uni Bern Volkswirtschaft und Soziologie studiert. Sie arbeitete während 17 Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kantonsverwaltung. Im Februar gab sie diesen Teilzeit-Job auf.

Im Sommer 2013 schaffte Rahela Syed die Wahl in den Zofinger Stadtrat. Auch das war überraschend. Die SVP mit Spitzenkandidat Stefan Giezendanner fiel damals ganz aus dem Gremium.

Im Stadtrat Zofingen ist Rahela Syed Vorsteherin des Ressorts «Alter und Gesundheit, Kinderfest». Denkt sie daran, die Exekutive zu verlassen, nachdem sie in den Grossen Rat gewählt worden ist? «Nein, ich behalte beide Mandate», sagt Rahela Syed.

Uerkner Ammann schaffte es

Bei der SVP schaffte Martina Bircher den Sprung in den Grossen Rat. Und das gleich auf dem dritten Platz hinter den beiden Nationalratssöhnen Benjamin Giezendanner und Christian Glur.
Markus Gabriel (SVP) aus Uerkheim konnte vor Jahresfrist in die Fussstapfen von SVP-Nationalrat Thomas Burgherr treten.

Entsprechend wacklig war sein Sitz. «Ich habe im Vorfeld schon ein wenig gezittert, vor allem, weil ich wusste, dass Martina Bircher viele Stimmen holen kann», sagt er. Er habe damit gerechnet, dass er und Hans Pauli den Sitz unter sich ausmachen müssten. «Ich war realistisch und bin jetzt umso mehr erfreut, dass es geklappt hat.» Hans Pauli wurde abgewählt.

Grafik: Elia Diehl