Beziehungsstreit
Beschimpft, angespuckt und an den Haaren gerissen: Mann und Frau streiten auf Parkplatz um Besuchsrecht ihres Sohnes

Was auf einem Parkplatz in einer Aargauer Gemeinde begann, endete mit einem Urteil der höchsten Schweizer Instanz. Ein Vater und eine Mutter beschimpften sich im Streit um das Besuchsrecht ihres Sohnes. Das Bundesgericht bestätigte nun den Schuldspruch des Mannes, der gegen seine Frau auch tätlich geworden war.

Fabian Hägler
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Der Mann hat seine Frau geschlagen, das Bundesgericht bestätigte das Urteil. (Symbolbild)

Der Mann hat seine Frau geschlagen, das Bundesgericht bestätigte das Urteil. (Symbolbild)

Luis Berg / KEYSTONE

Es war ein heftiger Streit, der im Mai 2018 auf einem Parkplatz in einer Fricktaler Gemeinde entbrannte: Ein Mann und eine Frau beschimpften sich gegenseitig, weil sie sich nicht einig waren über das Besuchsrecht ihres gemeinsamen Sohnes. Die Frau wurde als Folge des Vorfalls wegen Beschimpfung rechtskräftig verurteilt, sie akzeptierte dies.

Der Mann seinerseits sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, seiner ehemaligen Partnerin die Brille heruntergerissen, ihr ins Gesicht gespuckt und sie an den Haaren gerissen zu haben. Zudem war der Mann mit einem Kontaktverbot zur Frau belegt gewesen, das er jedoch missachtet hatte.

Der Mann wurde vom Aargauer Obergericht der Beschimpfung und Tätlichkeit schuldig gesprochen. Gegen die Geldstrafe von 2700 Franken wehrte sich der Mann vor Bundesgericht und forderte zudem eine Genugtuung und Entschädigung von total 14'000 Franken für die angeblich zu Unrecht erlittene Haft.

Mann will Frau nicht willentlich angespuckt haben

Er wirft dem Obergericht vor, zu wenige Fragen an seine ehemalige Partnerin gestellt zu haben. So sei die Frau beispielsweise nicht gefragt worden, wohin er gespuckt haben solle und ob sie das Anspucken angeekelt habe. Zudem habe er bei allen Befragungen bestritten, seine ehemalige Partnerin willentlich angespuckt zu haben.

Vorsatz sei damit nicht gegeben, allerdings sei es aufgrund des «sehr lautstarken Streits möglich, dass von ihm stammender Speichel durch die Luft geflogen sei und die Frau diesen in ihrem Gesicht gespürt habe». Das Obergericht habe dies ausser Acht gelassen und damit den Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten» missachtet, argumentiert er.

Für das Bundesgericht ist hingegen klar: Die Rechtsprechung des Obergerichts ist nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die Beschwerde des Mannes abgewiesen und der Schuldspruch gegen ihn bestätigt.

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