Tiefenlager – Reaktionen
Beyeler kritisiert Standortwahl der Nagra scharf

Die Nagra schlägt schweizweit 20 mögliche Standorte für die Oberflächenanlage eines geologischen Tiefenlagers vor. Sieben dieser potenziellen Zugänge liegen im Kanton Aargau. Dieser übt nun heftige Kritik am Verfahren.

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Peter C. Beyeler kritisiert die Nagra wegen Standortwahl

Peter C. Beyeler kritisiert die Nagra wegen Standortwahl

Emanuel Freudiger

Sieben potenzielle Standorte hat die Nagra im Kanton Aargau als Zugang zu den möglichen Tiefenlagern evaluiert. Und zwar Suhr, Kölliken, Hornussen, Bözen/Effingen, Villigen/Böttstein, Würenlingen, Mellikon/Rekingen.

Hier liegen die Standorte

Hier liegen die Standorte

Nagra

Der Kanton Aargau reagiert auf diese Pläne mit heftiger Kritik. Die Kantone und Regionen waren in den Auswahlprozess nicht involviert. «Wir sind sehr überrascht über die Standortvorschläge der Nagra im Kanton Aargau; sie sind für uns nicht vollziehbar», sagt Regierungsrat Peter C. Beyeler, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

«Kantonale Interessen und Entwicklungskonzepte sind nicht berücksichtigt worden», kritisiert Beyeler. Das BVU wurde vom Regierungsrat beauftragt, im weiteren Prozess sowohl Unvereinbarkeiten mit übergeordneten Vorgaben als auch mit dem kantonalen Richtplan aufzuzeigen.

Grundsätzlich dagegen

Bis im Herbst 2012 kann der Kanton zu den Vorschlägen nun Stellung nehmen. Die Vorschläge der Nagra werden überdies in jeder Standortregion von den Regionalkonferenzen diskutiert. Diese Gremien sind unter Beteiligung von Gemeinden, Bevölkerung und Organisationen speziell geschaffen worden. Ihnen steht es frei, weitere potenzielle Standortareale einzubringen.

Die Stossrichtung der Regierung ist klar: Sie will grundsätzlich kein geologisches Tiefenlager im Aargau. Der Kanton Aargau trage bereits heute grosse Lasten für die gesamte Schweiz im Verkehrs- und Energiebereich, so die Regierung in ihrer Stellungnahme. Oberste Priorität beim Standortentscheid müsse die höchstmögliche Sicherheit für Menschen und Umwelt haben; diese sei nicht verhandelbar. Deshalb sind in den Augen des Kantons die weiteren Sicherheitsabklärungen des geologischen Untergrunds, welche im Moment durchgeführt werden, von grösster Wichtigkeit. (rsn)