Ausgang:
Die Frage zu welcher Zeit die Jugendlichen nach dem Ausgang zu Hause sein müssen, sorgt wohl in den meisten Familien für Streit. «Es macht mehr Sinn auf die Art des Anlasses zu achten, statt eine fixe Frist zu setzen», empfiehlt Amacker. «Oft helfen auch die Eintrittsgrenzen an gewissen Veranstaltungen.»

Amacker rät bei der Bestimmung des Rückkehrzeitpunkts zu Feingefühl und Wohlwollen gegenüber den Jugendlichen. Die zentralen Fragen dabei lauten: Wohin? Mit wem? Wie kommst du nach Hause?

Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse aber auch mit Konsequenzen, wie kürzerem Ausgang beim nächsten Mal rechnen. «Wichtig ist dabei, dass die Konsequenzen und die Regeln im Voraus klar abgemacht werden.»

Alkohol:

«Wichtig ist eine klare Haltung der Eltern in Bezug auf was geht und was nicht», sagt Bernadette Amacker. «Entscheidender als zu predigen ist die Vorbildfunktion mit dem eigenen Alkoholkonsum.» Ausserdem seien Gespräche hilfreich, in welchen aufgezeigt werden soll, warum Alkohol gefährlich sein kann und warum man sich Sorgen mache.

Dies helfe oftmals mehr als Verbote. «Falls aber das Gefühl aufkommt, dass der Konsum in eine falsche Richtung läuft, kann es durchaus sinnvoll sein, in eine Beratung zu gehen», rät Amacker.

Facebook, Youtube & Co.:

«Facebook kann für Eltern ein rotes Tuch sein und für schlechte Schulleistungen verantwortlich gemacht werden», sagt Bernadette Amacker, die in Aarau Beratungen für Mütter und Väter von pubertierenden Kindern anbietet. «Aber das Internet gehört in der heutigen Zeit einfach dazu.» Alarmbereitschaft sei dann angesagt, wenn droht, dass das Kind sozial isoliert wird.

«Wichtig ist ein ausgewogenes Leben, in welchem auch reale Freunde, Schule und Sport genügend Platz haben sollen», sagt die sechsfache Mutter aus Erlinsbach. Verbote seien meist kontraproduktiv und auch von fixen Zeiten rät sie ab. «Mit der Stoppuhr daneben zu stehen, macht keinen Sinn.»

Wichtig findet Amacker deshalb, dass die Jugendlichen selber Verantwortung übernehmen können. Dabei gelte aber auch: Je jünger, desto mehr Kontrolle brauche es von Seiten der Eltern.

Sackgeld:

«Mit dem Sackgeld dürfen Kinder und Jugendliche auch Blödsinn kaufen, diesbezüglich soll es keine Einschränkungen geben», sagt Bernadette Amacker. «Damit sie den Umgang mit Geld lernen und sie es reut, wenn sie es falsch ausgegeben haben.»

Wichtig sei, dass das Sackgeld ein fester Bestandteil darstelle und nicht etwa zur Strafe gestrichen werde. Zusätzliche Gelder hingegen, wie Geburtstagsgelder von Gotte und Götti, sollen bei jüngeren Kindern auf ein Konto eingezahlt und nach Absprache mit den Eltern verwendet werden, damit sie lernen zu sparen.

Die Höhe des Sackgelds soll dem Alter entsprechend sein: Bis zum 4. Schuljahr empfiehlt sich ein wöchentlicher Betrag (ein bis fünf Franken), danach ist eine monatliche Zahlung abgestuft nach Schuljahr sinnvoll (25 bis 80 Franken). «Bei jüngeren Kindern ist das Geld auch schneller wieder weg», begründet Amacker.

Hausaufgaben und Lernen:

«Auf keinen Fall sollen Eltern täglich drängen und nörgeln», rät Amacker. «Vielmehr sollen sie eine geeignete Atmosphäre schaffen.» Das Thema solle zwar im Auge behalten, aber nicht jeden Tag angesprochen werden.

«Jugendliche sollen innerhalb eines abgemachten Zeitfensters von einer bis zwei Wochen die Chance erhalten, zu zeigen, dass sie Verantwortung übernehmen können.» Deshalb rät die Erlinsbacherin Erwachsenenbildnerin dazu, die Jungen mitreden zu lassen und ihnen die Hilfe anzubieten, nicht aber aufzudrängen.

Strafen sind nicht geeignet, um mehr Einsatz für die Schule zu erreichen. «Ermunterung ist das einzige, was hilft. Bestrafung und Drohungen bringen nichts», sagt Amacker.