Sofortmassnahmen

«Besorgniserregend»: Dem Aargauer Wald gehts schlecht – jetzt soll er mehr Hilfe bekommen

Der Zustand des Aargauer Waldes sei besorgniserregend, schreibt die Aargauer Regierung in der Antwort auf ein Postulat.

Der Zustand des Aargauer Waldes sei besorgniserregend, schreibt die Aargauer Regierung in der Antwort auf ein Postulat.

Die Regierung will die Sofortmassnahmen erweitern. Der Wald sei in einem besorgniserregenden Zustand. Unter den Bedingungen leidet nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch.

Der Borkenkäfer hatte es in den Aargauer Wäldern in den vergangenen Jahren einfach: Hohe Temperaturen gekoppelt mit wenig Niederschlägen schafften perfekte Bedingungen für den Schädling. Der winzige Käfer befällt Fichten und Tannen, nistet sich unter die Rinde ein und schnürt dem Baum die Wasserversorgung ab. Die Bäume – eh schon geschwächt vom fehlenden Regen – sind innert Wochen trocken. Also tot.

Zudem hatte der Sturm Burglind, der vor rund zwei Jahren über die Schweiz und Europa fegte, zur Folge, dass die grossen Verarbeiter vom Sturmholz überschwemmt wurden. Die Sägereien sind voll, die Förster werden ihr Holz nicht mehr los, die Holzpreise sind im Keller. Unter diesen Bedingungen leidet nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch.

Waldeigentümer können die Situation nicht alleine lösen

Nun will der Regierungsrat ein Massnahmepaket für den Aargauer Wald prüfen, wie er in der Antwort auf einen Vorstoss schreibt: «Der Regierungsrat geht mit den Postulanten einig, dass der Zustand des Aargauer Waldes besorgniserregend ist.» 12 Grossräte hatten in einem Postulat betreffend Waldschäden darauf hingewiesen, dass Waldeigentümer und holzverarbeitende Betriebe im Aargau die Situation nicht alleine lösen können und Unterstützung bräuchten. Sei es bei der Bekämpfung der Käferpopulation oder der Wiederbewaldung mit Baumarten, die mit den klimatischen Bedingungen am besten zurechtkommen. «Die Situation auf dem Holzmarkt ist schlimmer als beim Jahrhundertsturm Lothar», schrieben die Grossräte in ihrem Postulat.

«Die Auswertung von Satellitenbildern vom 18. August 2019 durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat gezeigt, dass auf rund 4 Prozent der Waldfläche Bäume geschädigt oder bereits abgestorben sind respektive gefällt wurden», schreibt die Regierung. Dies entspreche 1900 Hektaren oder rund der vierfachen Fläche, die normalerweise pro Jahr verjüngt wird. Die beobachteten Trockenschäden seien erste Auswirkungen des Klimawandels und könnten nicht mit kurzfristigen Massnahmen gemildert werden.

Bereits 2018 wurden Sofortmassnahmen eingeleitet

Um die Weiterverbreitung des Borkenkäfers einzudämmen, werden bereits seit 2018 Beiträge an das Hacken, Entrinden sowie Zwischenlagern der befallenen Fichtenstämme mit genügend Abstand zu gesunden Fichten ausbezahlt. In Anbetracht der Dringlichkeit ist der Regierungsrat aber bereit, weitere Sofortmassnahmen mit den betroffenen Fachverbänden der Wald- und Holzwirtschaft zu prüfen und zu unterstützen, wie die Regierung schreibt: «Insbesondere erachtet der Regierungsrat die Finanzierung folgender Massnahmen als zweckmässig: Wiederbewaldung, Sicherheitsholzerei entlang von Kantonsstrassen und kantonaler Infrastrukturbauten, Förderung der Holzvermarktung und Holzverwendung, Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen, Weiterbildung und Beratung.»

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