Rombach
Besichtigen Sie 28 spezielle Bauwerke: Familie Krüsi öffnet ihre Haustür

Dieses Wochenende können im Rahmen der SIA-Tage insgesamt 28 spezielle Bauwerke im Aargau besichtigt werden, die teils schon von aussen eindrucksvoll aussehen, aber der Öffentlichkeit nicht immer zugänglich sind. Eines ist das Haus der Familie Krüsi.

Aline Wüst
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Familie Krüsi in Rombach öffnet ihre Haustür
13 Bilder
Das Haus von aussen
Die Küche
Das Kinderzimmer
So sah das Haus der Familie Krüsi vor dem Umbau aus
So sah das Haus der Familie Krüsi vor dem Umbau aus
Hans Hohl, Architekt

Familie Krüsi in Rombach öffnet ihre Haustür

Chris Iseli

Es sieht aus wie ein einem Katalog: Der hohe, helle Raum, die blühenden Pfingstrosen neben dem Sofa, die selbst gemachten Cupcakes auf der Anrichte. Doch es ist echt: Hier wohnt Familie Krüsi.

Und Krüsis öffnen dieses Wochenende ihre Haustüre für alle Neugierigen. Sie sind nicht die Einzigen. Im ganzen Kanton können im Rahmen der SIA-Tage noch bis Sonntag insgesamt 28 spezielle Bauwerke besichtigt werden (siehe Box).

SIA-Tage: Aargauer Architektur von Innen Betrachten

An den SIA-Tagen der zeitgenössischen Architektur und Ingenieurbaukunst können in der ganzen Schweiz Bauwerke besichtigt werden, die teils schon von aussen eindrucksvoll aussehen, aber der Öffentlichkeit nicht immer zugänglich sind. Während der Öffnungszeiten der Bauten finden Führungen durch die Architekten und Ingenieure statt. Dabei stellen sie, in
Begleitung der Bauherrschaft, ihre Werke vor und erläutern ihre Vorgehensweise, vom Entwurf über die Planungsarbeit bis hin zur Realisierung. Im Aargau können 28 Bauwerke besichtigt werden. Vertreten sind an den Tagen des «Schweizerischer Ingenieur- und Architektenvereins» unter anderem Einfamilienhäuser, Schulhäuser und Alterswohnungen. Besichtigt werden können die Gebäude noch bis Sonntag. (wua)

Die Liste aller Bauwerke und die Besuchszeiten sehen Sie hier.

Ganz normal und bieder eingerichtet ist im Haus der Krüsis nur die Puppenstube der Kinder. Denn das Haus der Familie ist ein spezielles. Ursprünglich stand hier bloss ein kleines Häuschen aus den 50er-Jahren. Krüsis, die lange in Zürich lebten und nun mit den Kindern lieber wieder in die Nähe der Eltern von Cornelia Krüsi zogen, fanden die Lage toll – das Haus aber zu klein. Was tun?

Mit Hans Hohl aus Aarau fanden sie einen Architekten, der wusste, was zu tun ist. Statt das alte Häuschen abzureissen und ein neues Einfamilienhaus aufzustellen – Architekt Hohl sagt: «Bestehendes wegwerfen ist Verschwendung» –, wurde der alte Teil renoviert.

Im Erdgeschoss entstanden zwei Kinderzimmer, eines für den 3-jährigen Kian und eines mit pinker Wand und Cinderella-Poster für die 5-jährige Amy-Lou.

Im Obergeschoss schlafen die Eltern und haben ein eigenes Badezimmer. Das ist der private Teil des Hauses.

Intensive Diskussionen

Der Teil, in dem das Leben tagsüber stattfindet, ist im Anbau. In einem Sichtbeton-Sockel in Form des Buchstabens «C» wurde eine Holzkonstruktion eingeschoben. Ein gemütlicher Raum. Hier können acht Erwachsene und acht Kinder problemlos Silvester feiern – Krüsis habens es bereits ausprobiert.

Cornelia Krüsi, ihr Ehemann und Architekt Hans Hohl hatten intensive Diskussionen während der Entstehung dieses Hauses.

Manchmal trafen sie sich, entschieden etwas, und kaum zu Hause, riefen die Krüsis den Architekten wieder an und sagten, dass sie damit nicht leben könnten. Und ein andermal rief der Architekt an und sagte zu einer Idee von Krüsis: «Das kommt nicht infrage in einem Haus von mir.»

Aber nun sagt Cornelia Krüsi: «Das Haus passt zu uns, wir fühlen uns sehr wohl hier.» Und der Architekt sagt: «Das Haus ist auch für mich etwas ganz Spezielles.»

Ganz fertig ist das Haus noch nicht. Einen Schwedenofen wünschen sich Krüsis noch. Die Öffnung im Dach ist schon vorhanden.

Das Schönste am Haus aber ist, dass die Grosseltern der Kinder gleich um die Ecke wohnen. Als die Grossmutter gestern Morgen anrief, machte sich der kleine Kian sofort auf den Weg zu ihr. Und Cornelia Krüsi, die im Nachbardorf aufgewachsen ist, fühlt sich wohl in ihrer alten Heimat – obwohl sie, als sie wegzog, nie daran dachte, wieder zurückzukehren.