Ältere Arbeitnehmende

Berufliche Weiterbildung, damit das Risiko der Arbeitslosigkeit verringert wird

Die SP verlangt eine kantonale Weiterbildungsoffensive.

Die SP fordert eine kantonale Weiterbildungsoffensive, damit ältere Arbeitnehmende weniger gefährdet sind, bei einem Stellenabbau arbeitslos zu werden

Gleich mit zwei Vorstössen reagiert die SP auf den Stellenabbau, der in letzter Zeit von verschiedenen Unternehmen im Aargau vorgenommen wurde. Nach Ansicht der SP soll möglichst vermieden werden, dass ältere Arbeitnehmende, unabhängig vom Bildungsgrad, Gefahr laufen, ihre Stelle zu verlieren.

Deshalb brauche es jetzt eine Weiterbildungsoffensive. In einem Postulat fordert die SP den Regierungsrat auf, neben seinem bisherigen Engagement weitere Massnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung zu prüfen.

Und in einer Interpellation erkundigt sich die SP-Fraktion, wie die kostenlose Standortbestimmung für alle Arbeitnehmenden im Aargau umgesetzt werden soll.

Für einen kantonalen Weiterbildungsfonds

Wenn ein Unternehmen Stellen abbaut, trifft es meist die älteren Arbeitnehmer am härtesten. Nach einem intensiven Arbeitsleben auf dem beruflichen Abstellgleis zu landen, sei frustrierend, hält die SP fest.

Zudem könne es sich unsere Volkswirtschaft eigentlich gar nicht leisten, auf erfahrene Arbeitskräfte einfach so zu verzichten. Es dürfe gar nicht soweit kommen, dass ältere Arbeitnehmer plötzlich auf der Strasse stehen.

Was es brauche, sei permanente Weiterbildung auf der Grundlage von regelmässigen Standortbestimmungen während des Arbeitslebens.

Die SP wünscht sich ein stärkeres Engagement des Kantons in der beruflichen Weiterbildung, das über das bisherige Angebot hinausgeht und sie schlägt gleich verschiedene Massnahmen vor: So soll ein kostenloses Angebot für Arbeitnehmende zu regelmässigen Standortbestimmungen und Laufbahnberatungen ab der Mitte des Berufslebens fest etabliert werden. Zudem sollen die Arbeitgeber verpflichtet werden, für ihre Angestellten entweder selber eine regelmässige Standortbestimmung anzubieten oder von einem entsprechenden kantonalen Angebot Gebrauch zu machen.

Bei der Finanzierung schlägt die SP einen kantonalen Weiterbildungsfonds vor, der hälftig durch den Kanton und die Arbeitgeber finanziert wird.
Bereits heute bietet der Kanton Beratung auf freiwilliger Basis und auch Stipendien für Weiterbildungsmassnahmen.

Zudem gibt es in vielen Branchen Ansätze für paritätisch durch Arbeitgeber und Arbeitnehmende finanzierte Weiterbildungsmodelle. Meistens aber bleibe es den Arbeitgebern überlassen, ob sie ihren Mitarbeitenden die zeitlichen Möglichkeiten zur Weiterbildung gewähren, schreibt die SP in ihrem Vorstoss.

Angebot soll im Gesetz verankert werden

Was die regelmässige Standortbestimmung für Arbeitnehmende betrifft, möchte die SP von der Regierung Genaueres wissen. Sie stellt deshalb konkrete Fragen vor dem Hintergrund, dass der Bundesrat zusammen mit den Kantonen mittelfristig ein kostenloses Angebot zu Standortbestimmung und Laufbahnberatung für über 40-jährige Arbeitnehmende, einführen will.

So möchte die SP wissen, wie der Kanton Aargau bisher Standortbestimmungen von Arbeitnehmenden ab der Mitte ihres Arbeitslebens fördert und ob im Aargau Pilotprojekte geplant sind.

Schliesslich erkundigt sich die SP, was die Regierung davon hält, das Angebot einer kostenlosen beruflichen Standortbestimmung im Berufs- und Weiterbildungsgesetz zu verankern und dauerhaft zu finanzieren.

Dem Aargau würde angesichts der Digitalisierung und der damit einhergehenden Veränderungen ein solches Angebot gut anstehen, findet die SP-Fraktion.

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Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

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