Urteil

Bereits vor 10 Jahren entschied das Bundesgericht: Kinderlärm muss in Wohngebieten geduldet werden

Im Jahr 2010 befasste sich das Bundesgericht mit Kinderlärm. Ein Ehepaar wehrte sich damals gegen die Kindertagesstätte «Zwärglihuus» des Kantonsspitals Aarau.

Die beiden Kläger störten sich daran, dass die Kita in einer Wohnzone der Empfindlichkeitsstufe II gemäss Lärmschutzverordnung stand. Dort seien aber keine «störenden Betriebe» zugelassen, die Kita müsse weg, argumentierten sie.

Alle kantonalen Instanzen wiesen die Beschwerde ab. In einer Wohnzone würden sich naturgemäss Kinder aufhalten und im Freien spielen. Ebenso liege es in der Natur der Sache, dass dies nicht geräuschlos vonstatten gehe, der Lärm spielender Kinder müsse also hingenommen werden, argumentierte der Kanton. Nachdem das Ehepaar das Urteil bis vor Bundesgericht weitergezogen hatte, gab auch dieses dem Kanton recht. Weil sich der Fall um eine Kita drehte, gilt dieser konkrete Entscheid allerdings mit einer zeitlichen Einschränkung. Kinder dürfen demnach von Montag bis Freitag zwischen 6.30 und 12 Uhr und nachmittags von 13 bis 19 Uhr lärmen. (rka)

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