Der höchste Aargauer

Benjamin Giezendanner: «Auf der Fahrt zur Feier fast von Gefühlen übermannt»

Die Rothrister liessen sich am Dienstagabend vom Schneefall nicht davon abhalten, ihrem am Nachmittag glanzvoll gewählten neuen Grossratspräsidenten Benjamin Giezendanner einen stilvollen und warmherzigen Empfang zu bereiten.

Frau Holle meinte es fast zu gut mit dem neuen Grossratspräsidenten Benjamin Giezendanner (SVP). Just am Tag seiner glanzvollen Wahl mit 133 von 134 (!) gültigen Stimmen schüttelte sie ihre Kissen kräftig aus und verzauberte den ganzen Kanton Aargau mit ihrer weissen Pracht. Mit der Folge, dass die Fahrt vom Aarauer Grossratsgebäude nach Rothrist etwas länger dauerte und die Feier mit der Bevölkerung mit wenigen Minuten Verspätung begann. Giezendanner nahm bei seiner Ansprache vor Hunderten von Rothristerinnen und Rothristern und geladenen Gästen den Faden auf und meinte mit einem schelmischen Seitenblick auf den neben ihm stehenden Landammann und Baudirektor Stephan Attiger, er habe es in der Hand, die Strassen besser auszubauen.

Er bekannte, auf der Fahrt hierher fast von seinen Gefühlen und der Freude über die Wahl überwältigt worden zu sein, und wie sehr er sich auf die Heimkehr in sein wunderschönes Dorf und auf die Begegnung mit den Menschen gefreut habe. Er sei stolz, der Präsident der Aargauerinnen und Aargauer sein zu dürfen.

Raclette gegen die Kälte

Begrüsst wurde die Festgemeinde von Gemeindeammann Hans Jürg Koch. Der Musikverein Rothrist und eine Bezirksschulband untermalten den stilvollen Empfang musikalisch. Gegen die Kälte gab es Apéro-Häppchen, Raclette mit Gschwellti, Pizzabrot und Pouletspiessli sowie natürlich passende Getränke (auch Punsch gegen die Kälte).

Unter den Gästen fanden sich zahlreiche Prominente in Rothrist ein, allen voran die Kantonsregierung in corpore (auch der frisch von der Grippe genesene Bildungsdirektor Alex Hürzeler war da), der nationale SVP-Präsident Albert Rösti, zahlreiche aktive und frühere Regierungs-, National- und Grossräte aus SVP und vielen anderen Parteien, sowie Giezendanners Vorgänger als Ratspräsidenten Marco Hardmeier, Kathrin Scholl, Thierry Burkart und Herbert H. Scholl.

Verjüngung des Grossen Rates

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Die neuen Mitglieder bringen frischen Wind: Die Newcomer lassen den Altersdurchschnitt über das ganze Kantonsparlament hinweg sinken.

Motto: «Ein Kanton mit Stil»

Giezendanner lud ins Stilhaus in Rothrist. Warum gerade dorthin? Sein Motto für das Präsidialjahr 2017 lautet drum: «Der Kanton Aargau, ein Kanton mit Stil.» Wenn Zürcher über den Aargau redeten, gehe es nur um Autobahnen, vielleicht noch Burgen, so Giezendanner. «Dabei haben wir so ein gutes Produkt, das wir verkaufen können.» Er wolle zeigen, dass der Aargau mehr biete. Und dabei speziell das Gewerbe ausleuchten. «Ich will zeigen, dass Gewerbler und Unternehmer in der Politik sein sollten. Das ist leider immer weniger der Fall, weil es nicht verträglich ist,» sagte Giezendanner schon im Vorfeld seiner Wahl.

Viel Lob von allen Seiten

Zwischen den abendlichen Menugängen gab es Lobesworte von vielen Seiten, etwa von Landammann Stephan Attiger, der dem jüngsten Aargauer Grossratspräsidenten die Glückwünsche der Regierung überbrachte. Grün hinter den Ohren sei er aber beileibe nicht. Giezendanner sei kein Wasserprediger, er handle nach seinen eigenen Worten.
Lob gab es auch vom frisch gebackenen Grossratspräsident a. D. Marco Hardmeier. Politisch habe man noch nicht viele Übereinstimmungen gefunden, meinte er. Darum gehe es jetzt aber nicht. Er habe Giezendanner als jederzeit loyal, mitmenschlich und positiv aufgestellt erlebt. Er werde das Amt toll ausfüllen, so Hardmeier unter Applaus.

Nicht ganz uneigennützig empfahl Hardmeier seinem Nachfolger, einen grossen Bogen um Stichentscheide zu machen. Bekanntlich durfte Hardmeier sieben solche Entscheide treffen. Er entschied jeweils nach links. Er weiss natürlich, dass Giezendanners Stichentscheide in die andere politische Richtung gehen werden...

Obergerichtspräsident Guido Marbet erinnerte an Martin Luther, der vor 500 Jahren seine Thesen an die Kirchentüre in Wittenberg schlug. Auch heute hätten wohl einige Lust, Thesen an eine Tür zu hämmern, meinte Marbet. Man müsse aber die richtige Sprache finden, um an die Leute zu gelangen. Giezendanner sei bestens dafür geeignet, zeigte sich der Obergerichtspräsident überzeugt.

SVP-Fraktionschef Jean-Pierre Gallati setzte den Reigen der lobenden Worte fort und hob besonders den Einsatz der Familie Giezendanner für das Milizamt hervor. Und durfte verkünden, dass Benjamin Giezendanners stolzer Vater, der SVP-Nationalrat Ueli Giezendanner, demnächst seine Roberta heiraten wird.

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