Rothrist/Reiden
Belagsarbeiten: Auf der A2 wird es von September bis Oktober eng

Auf dem Abschnitt der Autobahn A2 zwischen der Verzweigung Wiggertal und Reiden wird bis Ende Oktober auf einer Länge von 5,8 Kilometern ein neuer Deckbelag eingebaut. Für die Belagsarbeiten sind vorgängig umfangreiche Vorbereitungen nötig.

Andre Widmer (Text) und Michael J. Puls (Bilder)
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Belagsarbeiten Autobahn Rothrist/Reiden
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Sowohl vom Kranführer wie auch vom Mann vor Ort wird hohe Genauigkeit verlangt, denn die 12 Meter langen Systemelemente sind sehr schwer und können nicht von Hand verschoben werden.
Kranarbeiten bei Nacht sind eine grosse Herausforderung.

Belagsarbeiten Autobahn Rothrist/Reiden

Michael J. Puls

Der kurze Zeitraum für die Sanierung lässt sich damit erklären, dass «nur» die oberste Deckschicht, nicht aber die Kofferung ersetzt wird.

Ein Belagsersatz wird je nach Zustand der Strasse und der Belagsart nötig. Die nur noch an wenigen Stellen in der Schweiz vorhandenen Betonelemente haben eine Lebensdauer von 40 Jahren.

Der lärmschluckende Porenbelag zwischen Reiden und Rothrist muss alle 10 bis 15 Jahre ersetzt werden. «Bezüglich Lärmschutz gibt es eine Wechselwirkung zwischen Belag und den Massnahmen rundherum», erklärt Andrew Imlach, Projektleiter Abteilung Strasseninfrastruktur der Astra.

58 Kilometer

Auf dieser Strecke wird neuer Deckbelag auf der Autobahn A2 zwischen der Verzweigung Wiggertal und Reiden in den kommenden Monaten eingebaut.

Fahrbahnen «schwenken»

Vor wenigen Tagen haben auf der A2 die Vorbereitungsarbeiten begonnen. Eine Equipe von fünf bis sechs Personen war bis heute Morgen mit der Verkehrsumstellung im Baustellenbereich beschäftigt. Noch sind keine Bagger aufgefahren. Dass tagsüber kein Arbeiter im Bereich des betroffenen Abschnittes anzutreffen war, hat seinen Grund: die Sicherheit. Denn in der Nacht sind Verkehr und insbesondere die Anzahl Lastwagen deutlich geringer.

«Die Arbeit ist hart und sackgefährlich», sagte denn auch ein Arbeiter beim Ortstermin dieser Zeitung und erinnerte sich dabei daran, dass er 2007 bei Emmen nur einen Tag vor dem tragischen Unglück (ein Autofahrer fuhr in eine Gruppe Bauarbeiter; drei starben, sechs wurden verletzt) an derselben Stelle tätig war.

«Der Sicherheit kommt höchste Priorität zu. Es wird alles darangesetzt, diese sowohl für die Bauarbeiter wie auch für die Autofahrenden so hoch wie möglich zu halten», betont Imlach.

Fahrbahnen verschwenken

Das Terminprogramm für den Belagsersatz ist straff. Das gut eingespielte Vorbereitungsteam jedenfalls gab in den vergangenen Tagen tüchtig Gas. Jeweils zwischen 21 Uhr und 5 Uhr in der Früh wurden je zwei Kilometer verkehrsführungsmässig umorganisiert.

Während der Belagsarbeiten wird der Verkehr zwar auf vier Streifen geführt, er wird aber «verschwenkt». Das heisst, die einzelnen Fahrbahnen sind verlegt deshalb weniger breit.

Die Vorgehensweise beim Aufstellen ist immer gleich: «Zuerst müssen auf dem Pannenstreifen die Schachtdeckel insbesondere für Lastwagen befahrbar gemacht werden», erklärt Projektleiter Andrew Imlach. Danach folgen die provisorischen, reflektierenden Bodenmarkierungen und die rot-weissen Leitbakken zur Absperrung einer Fahrbahn. Dann installiert das Team mittels Hebekran und Muskelkraft die sogenannten «Mini-Guard». Die nicht ganz kniehohe Stahlschutzvorrichtung ist mobil. Die einzelnen, je 12 Meter langen Elemente werden ineinander gesteckt.

Es wir mehrschichtig gearbeitet

Die gesamten Arbeiten in Fahrtrichtung Luzern dauern voraussichtlich bis etwa Anfang September, in Fahrtrichtung Basel bis Mitte Oktober, dann folgen noch einige Tage Abschlussarbeiten. Die Arbeiten werden während der Woche in zwei Schichten, an den Samstagen in einer Schicht getätigt.

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