Waldinitiative

Beim Joggen und Suchen: Im Wald bleibt Hund Dexter auf Trab

Evelyn Hagmann (38) aus Rupperswil, mit Jack Russel Hund Dexter im Wald zwischen Wohlen und Bremgarten.

Evelyn Hagmann (38) aus Rupperswil, mit Jack Russel Hund Dexter im Wald zwischen Wohlen und Bremgarten.

Mit ihrem Hund ist Evelyne Hagmann fast täglich im Wald unterwegs. Sie geniesst die Gerüche und die Ruhe.

«Ich habe kein Problem damit, Hündelerin genannt zu werden», sagt Evelyn Hagmann. Einige Meter vor ihr rennt Jack-Russell-Rüde Dexter von Baum zu Baum. Er hält an, schnuppert an einem Strauch und dreht sich zu seinem Frauchen um, die in langsamen Schritten durch den Wald spaziert. «Ich bin keine Hardcore-Hündelerin», erklärt sie. Sie gehöre eher zu den «Freizeit-Hündelern».

Als solche ist der Wald für sie ein wichtiger Ort. Drei Mal täglich geht sie mit Dexter Gassi, am liebsten im Wald in ihrem Wohnort Rupperswil. «Es ist einfach schöner, hier mit ihm zu spazieren», sagt sie. «Es riecht angenehmer, es ist ruhiger, und für den Hund ist es auch besser.» Denn im Wald kann sie ihn nicht nur Gassi führen, sondern auch fördern: Mit Suchspielen hält sie ihn auf Trab.

«Ich gehe auch regelmässig zehn Kilometer mit ihm joggen. Dann ist Dexter aber erschöpfter, als ich», lacht sie. Im Gegensatz zu anderen Hunden seiner Rasse sei Dexter nämlich eher ein Faulpelz. Dieser dreht sich um, wie er seinen Namen hört. Nach einem kurzen Nicken von Hagmann rennt er wieder weiter, seine kleinen Ohren flattern im Wind. Der 5-jährige Rüde folgt jeder ihrer Anweisungen, auch ohne Leine.

Leinenpflicht wichtig

Doch die Leinenpflicht, die in den Wäldern des Kantons Aargau jeweils von Anfang April bis Ende Juli gilt, begrüsst die 38-Jährige trotzdem. Sie wisse zwar, dass Dexter auf sie höre. «Aber er ist halt trotzdem ein Jagdhund», fügt sie an. Auch, wenn es beim Spazieren im Wald zu heiklen Situationen kommt, nimmt sie den Hund jeweils an die Leine.

Dies beispielsweise, wenn sie merkt, dass jemand Angst vor Hunden hat, oder wenn Dexter mit einem entgegenkommenden Artgenossen nicht auskommen könnte. Dies komme jedoch selten vor, lediglich mit unkastrierten Rüden habe er manchmal Mühe. Ansonsten versteht er sich gut mit anderen Hunden, und auch Hagmann geniesst es, mit anderen Hundebesitzern zu plaudern. Sich mit seinen Artgenossen zu verstehen, hat Dexter an Hagmanns Arbeitsplatz gelernt. Sie arbeitet bei Meiko AG, einem Geschäft für Heimtierbedarf. «Wir haben mehr Hunde als Mitarbeiter im Büro», sagt sie und lacht.

Respekt für Wald und Mensch

Andere Hündeler sind jedoch nicht die einzige Personengruppe, die man im Wald antrifft. «Velofahrer sind manchmal schwierig», sagt Hagmann. Wenn sie leise fahren und sich nicht erkennbar machen, sei dies für Hunde problematisch. «Wie man die Natur und den Wald respektiert, sollte man auch alle Menschen respektieren, die sich darin aufhalten», findet sie. «Wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen, ist alles viel entspannter.»

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