Betreuung und Sicherheit

Beim Bundes-Asylzentrum in Bremgarten verlieren 25 Sicherheitsleute ihren Job

Beim Bundes-Asylzentrum Bremgarten soll der Betrieb weitergeführt werden und alles beim Alten bleiben. Doch das ist nicht so. Betreuung und Sicherheit kommen in neue Hände – und mindestens 25 Personen verlieren ihren Job.

Die Stadt Bremgarten hat dem Bund eine Ausnahmebewilligung erteilt. Diese erlaubt es, das Asylzentrum in Bremgarten ein weiteres Jahr zu betreiben. Das gab die Stadt Bremgarten am Dienstag bekannt. Sie ging davon aus, dass die Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen unverändert bleiben. Doch dem ist nicht so. Sowohl die für den Betrieb zuständige Asylorganisation Zürich (AOZ) als auch die Sicherheitsfirma Abacon werden vom Bund ausgetauscht, wie Recherchen der az zeigen.

Neu soll die Betreuung durch die Firma ORS erfolgen, die Sicherheit durch Securitas gewährleistet werden.

Am Mittwochmorgen darauf angesprochen, erklärt Stadtammann Raymond Tellenbach, dass er darüber vom Bund nicht informiert worden sei.

Der Wechsel wirft Fragen auf. Die Betriebsbewilligung wurde nämlich nur um ein Jahr verlängert, bis August 2017. Macht es also Sinn, die AOZ und Abacon auszutauschen, wenn diese drei Jahre lang Erfahrungen im Umgang und in der Betreuung der Asylsuchenden gesammelt haben? Das ist eine Frage, die auch Tellenbach sich stellt.

Das für das Bundes-Asylzentrum in Bremgarten zuständigen Staatssekretariat für Migration SEM bestätigt die sich anbahnende Veränderung per 1. August. Mediensprecherin Léa Werthheimer erklärt: "Die bisherigen Verträge betreffend Betreuung und Sicherheit in Bremgarten wurden mit AOZ und Abacon vor den WTO-Ausschreibungen für die Betreuung in den Bundeszentren abgeschlossen und blieben deshalb gültig, obwohl der Kanton Aargau grundsätzlich zum Los der ORS und der Securitas gehört."

Und weiter hält Wertheimer fest: "Aufgrund der Vertragsverlängerungen muss die Vergabe gemäss WTO-Ausschreibung berücksichtigt werden, weshalb die Wechsel erfolgen." Der Bund nimmt es also sehr genau.

Stadtammann Tellenbach vermutet dahinter die scharf kritisierte Informatibeschaffung beim Bund, wo die Vergabepraxis 2015 schärfster Kritik ausgesetzt war.

Mindestens 25 Stellen betroffen

Die formalen Rahmenbedingungen sind das eine, doch es geht in diesem Falle auch um Personen. Die Firma Abacon beschäftigt in Bremgarten 25 Personen. Deren dreijährige Arbeitsverträge laufen gemäss einem Insider per 31. Juli aus. Gerechnet wurde allerdings mit dem Erhalt der Stellen für ein weiteres Jahr und die Zeit des Weiterbetriebs des Bundes-Asylzentrums. Nun stehen diese Mitarbeiter kurzfristig auf der Strasse. Weil viele von ihnen über 50 Jahre alt sind, dürfte ihre Stellensuche erschwert sein.

Verwaltungsratspräsident der Firma Abacon, Thomas Roth, will auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Seitens der Asylorganisation Zürich sind rund 20 Personen im Einsatz, die durch Personal der ORS abelöst werden. Noch ist nicht gekannt, was mit ihnen geschieht. Eine Anfrage bei der Firma ORS ist hängig.

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