Aarau

Bei Tanz-dich-frei wurden zwei Polizisten gezielt mit Pfefferspray attackiert

Als rund 800 Demonstranten gegen 22.20 Uhr in der Altstadt auf die Polizei trafen, heizte sich die Stimmung kurz auf. Einige Demonstranten setzten Pfefferstray gegen zwei Polizisten ein, auch ein Medienvertreter war davon betroffen.

Rund 800 Personen haben sich am Samstagabend in Aarau an einer Protestkundgebung für ein autonomes Zentrum beteiligt. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Insgesamt wurden 450 Polizisten aufgeboten. Die "Tanzdemo" war nicht bewilligt, wurde jedoch geduldet. Gemäss Polizei verlief die Kundgebung mehrheitlich friedlich.

Tanz dich frei in Aarau

Der Beitrag von TeleM1

Der Umzug der mehrheitlich jungen Menschen setzte sich kurz vor 21.30 Uhr in Bewegung und führte zunächst durch die Bahnhofstrasse und weiter durch die Innenstadt. An der Spitze der Kungebung liefen mehrere Vermummte und trugen ein grosses Transparent.

An der "Tanzdemo" fuhren drei Lieferwagen mit sehr lauter Musik mit. Vereinzelt zündeten die Teilnehmenden Feuerwerk, Leucht- und Knallpetarden. Die Polizei war sehr präsent und begleitete die "Tanzdemo" auf der gesamten Strecke.

Sie sicherte gefährdete Objekte wie Bankfilialen und Geschäfte. Obwohl eine Minderheit der Teilnehmer zunehmend aggressiv wurde, konnte die Polizei Gewaltausbrüche verhindern. Auch blieben Sachbeschädigungen aus, wie die Kantonspolizei am Sonntag weiter mitteilte.

Personenkontrollen und Pyrofackel

Zwei Kantonspolizisten und ein Journalist des regionalen TV-Senders Tele M1 wurden aus der Menge heraus gezielt mit Pfefferspray bespritzt. Sie blieben unverletzt.

Bereits vor Beginn der "Tanzdemo" hatten die Sicherheitskräfte mehrere Personenkontrollen vorgenommen. Eine Person wurde wegen Besitzes einer pyrotechnischen Fackel angehalten.

Friedliches Tanz-dich-frei in Aarau

Tanz-dich-frei-Demo in Aarau

Die Kundgebung endete weit nach Mitternacht im Aarauer Schachen, wo die Teilnehmer weiter verblieben. In den frühen Morgenstunden zogen sie ab.

Zum "Nächtlichen Tanzvergnügen 3.0" war seit Wochen anonym im Internet sowie über Social-Media-Plattformen aufgerufen worden. Die Organisatoren lehnten Gespräche mit dem Aarauer Stadtrat und Vertretern der Polizei wortreich ab.

In Bern hatte Ende Mai die zunächst friedlich verlaufene "Tanz-dich-frei"-Veranstaltung in Krawallen mit 50 Verletzten geendet. Über 60 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Militante Randalierer verursachten einen Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.

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