Wellness

Bei Sex im Thermalbad: Das Licht wird etwas heller gemacht

Das Panoramabad auf dem Hürlimann-Areal in Zürich soll videoüberwacht werden. Grund: Die Pärchen lassen ihren Gefühlen freien Lauf und machen Geschlechtsverkehr. Wie reagieren die Aargauer Thermalbäder auf diese Überwachungsaktion?

Es sprudelt im Nacken, warmes Wasser umfliesst den Körper, eine wohlige Wärme breitet sich aus und die Entspannung ist perfekt. Doch wenn sich im selben Wasser ein Pärchen vergnügt, kann diese Stimmung schnell in Ekel umschlagen. «Es ist erstaunlich, wie hemmungslos und schamlos gewisse Leute sind, und auf welche Ideen sie kommen», sagte Roger Bernet, Geschäftsleiter der Aqua-Spa-Resorts, zu dem auch das Panoramabad auf dem Hürlimann-Areal gehört, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die Bademeister müssten immer wieder Pärchen ermahnen, die sich «mehr als nur umarmen».

Die Tafel «Kein Sex, keine Handys, keine Fotos», soll die Wellness-Gäste an die Regeln und Sitten ermahnen. Beim Solbad im bernischen Schönbühl seien gemäss Tagesanzeiger schon seit längerem Kameras an den Becken installiert worden. Wie wird dieses Problem in den Aargauer Thermalbädern gehandhabt?

Sole Uno hat Badeordnung

Im «Sole Uno» des Parkresorts Rheinfelden steht in der Badeordnung: «Die Gäste haben alles zu unterlassen, was den guten Sitten sowie der Aufrechterhaltung der Sicherheit, Ruhe, Ordnung und Sauberkeit zuwiderläuft.» Zudem ist die Benutzung von Mobiltelefonen, Fotoapparaten und Filmkameras nicht gestattet.

«Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Gestaltung des Bades sehr wichtig ist und es keine verborgenen Ecken oder versteckte Plätze haben sollte. Nicht nur wegen Sex im Bad sondern auch wegen der Sicherheit», sagt Thomas Kirchhofer, CEO des Parkresorts in Rheinfelden. «Hin und wieder müssen wir jedoch Pärchen ermahnen.» Dies brauche ein wenig Fingerspitzengefühl, werde aber jeweils gut angenommen. «Doch beispielsweise ein Kussverbot finde ich lächerlich», sagt er weiter. Einige Orte im «Sole Uno» werden videoüberwacht, dies jedoch aus Sicherheitsgründen.

Videoüberwachung kein Thema im Aquarena

Handys und Kameras sind im Bad Schinznach schon lange verboten. Doch das Thermi spa ist seit dem Neubau videoüberwacht. Dies aber aus Gründen der Sicherheit, wie Marcus Rudolf, Mitglied der Geschäftsleitung der Bad Schinznach AG und Direktor Bäder/Technik sagt. Im Aquarena gäbe es keine Videoüberwachung und dies sei auch künftig kein Thema. Doch: «Geschlechtsverkehr ist ein Dauerthema in den Thermalbädern. Sobald die Wassertemperaturen einen gewissen Bereich überschreiten, kommen die Leute auf komische Ideen», sagt Rudolf. «Es ist klar, Geschlechtsverkehr im Wasser geht gar nicht.»

Deswegen gibt es in Schinznach zwei Bademeisterequipen, die Rundgänge durchs Bad machen. Wird ein Pärchen erwischt, könne es bis zum Hausverbot kommen. Wenn sich das Paar einsichtig verhalte, sei die Sache mit dem Verlassen des Bades erledigt. «Es gibt Grenzen beim intensiven Körperkontakt und wenn es offensichtlich wird, schreiten wir ein», ergänzt Rudolf.

Auf die Wasserqualität hätte Sperma jedoch keinen Einfluss, die grossen Wassermengen und die Entkeimungsanlage sorgen dafür. Und auch das Ammenmärchen, dass Frauen wegen Spermien im Wasser schwanger werden würden, sei chancenlos.

Thermalbad Zurzach regelt mit Licht

Auch im Thermalbad Zurzach ist das Thema Geschlechtsverkehr im Wasser bekannt, jedoch sei es kein grosses Problem. «In sehr seltenen Fällen macht der Bademeister das Paar diskret darauf aufmerksam», sagt Dominik Keller, Geschäftsführer des Thermalbads Zurzach. «Wir erhöhen die Lichtintensität und dann ist es mit der Romantik jeweils schnell vorbei.»

Bei konkreten Fällen greife man durch, jedoch findet Keller eine Videoüberwachung zu viel des Guten. «Wir wollen, dass sich die Gäste entspannen können, wir wollen ihnen nicht zumuten, permanent gefilmt zu werden», so Keller. Einzig einer Überwachung aus Sicherheitsgründen kann er zustimmen, im neuen Sole Bad werde aus diesem Grund auch eine Kamera eingebaut.

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