Die Medienmitteilungen der Kantonspolizei Aargau lesen sich im Oktober wie ein Krimi – und zwar wie ein guter. Ganze 19 Meldungen handeln von
Einbrüchen, Kriminaltouristen und verdächtigen Fahrzeugen mit eindeutigem Einbruchswerkzeug und Diebesgut.

Die positive Bilanz: In 14 Fällen konnten insgesamt gut 30 verdächtige Personen festgenommen werden, nur fünf der Meldungen sind Zeugenaufrufe, weil die Delinquenten fliehen konnten.

Die Polizei freuts: «Allein innerhalb der letzten zwei Wochen konnten wir um die 20 Verdächtige festnehmen, das ist natürlich ein schöner Erfolg», sagt
Polizeisprecher Bernhard Graser.

Er kennt jedoch auch die negative Seite dieser Zahlen: «Sie zeigen auch auf, wie aktiv die Kriminaltouristen derzeit sind. Es ist einerseits ein Grund zur Freude, anderseits tragisch.»

9 Frauen, 30 Männer

Die Polizeimeldungen gehen von Einbrechern in Tankstellen (Dintikon) über Trickbetrüger an Bancomaten (Rheinfelden, Möhlin, Hausen etc.) und dubiose «Handwerker» an Haustüren (Zofingen) bis hin zu in flagranti erwischten Einbrechern, die teilweise sogar von Nachbarn gestellt werden konnten (Windisch). Insgesamt teilen acht Meldungen mit, dass mutmassliche Einbrecher geschnappt werden konnten, in drei Fällen konnten sie fliehen.

Bei Trickdieben konnten sie in zwei Fällen gefasst werden, während in drei Meldungen Zeugen gesucht werden, weil die Täter sich davonmachen konnten. Eine weitere spannende Statistik: Im Oktober zeigen die Polizeimeldungen eine Zahl von 9 weiblichen und 30 männlichen mutmasslichen Verbrechern.

Die Herkunftsländer sind vor allem Rumänien (10) und Frankreich (6), dahinter folgen Kosovo und Albanien (je 3) sowie Tschechien und Litauen (je 2). Dass die Zahlen nur Ausländer betreffen, geht darauf zurück, dass an dieser Stelle vor allem Kriminaltouristen aufgeführt sind.

Auf frischer Tat ertappt

Auf frischer Tat ertappt

Wichtig: Verdächtiges melden!

Derzeit sind viele Kriminaltouristen am Werk. Bernhard Graser hält aber fest: «Es ist falsch, zu glauben, jetzt sei Einbruchsaison. Denn die ist das ganze Jahr über. Die frühe Dämmerung erleichtert den Einbrechern lediglich ihren Job.»

Die übliche Vorgehensweise von Einbrechern sei, zu testen, ob die Eingangstür offen sei, wenn nicht, klingeln sie, und wenn niemand öffne, versuchten sie, durch die Terrassentür einzusteigen, so der Kapo-Pressesprecher. «Und das machen sie nicht nur abends, sondern den ganzen Tag über.»

Aus diesem Grund sei die Polizei dankbar für die Mithilfe aus der Bevölkerung. «Manche der Verhaftungen sind Fahndungserfolge. Aber viele konnten auch dank Meldungen aus der Bevölkerung gelingen.»

Der Wermutstropfen: «Selbst wenn wir bei den meisten Festgenommenen mit ziemlicher Sicherheit sagen können, dass es sich um Einbrecher handelt, müssen wir sie mangels Beweisen manchmal nach 24 Stunden trotzdem wieder freilassen», so Graser.