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«Behördenpropaganda» – «Angstmacherei»: letzte heisse «Lehrplan 21»-Diskussion

Werfen sich gegenseitig vor, unsachlich vorgegangen zu sein: Elisabeth Abbassi (pro Lehrplan) und Tanja Primault-Suter (contra) im Interview am Abstimmungssonntag.

Werfen sich gegenseitig vor, unsachlich vorgegangen zu sein: Elisabeth Abbassi (pro Lehrplan) und Tanja Primault-Suter (contra) im Interview am Abstimmungssonntag.

Die Initiative der Lehrplan-Gegner ist chancenlos. SVP-Grossrätin Tanja Primault-Suter beklagt sich über die «Behördenpropaganda» der Gegner. Elisabeth Abassi, Präsidentin des Lehrerverbandes, dagegen bedankt sich bei den Wählern und meint, die sachlichen Argumente hätten gezogen.

Elisabeth Abbassi vom Aargauischen Lehrerverband ist zufrieden mit den Abstimmungsresultaten, deuten sie doch auf ein klares Nein zur Initiative der Lehrplangegner hin. «Wir danken allen, die Nein gestimmt haben», sagt sie im Interview bei Tele M1. «Offensichtlich war den Leuten wichtig, dass bestimmte Fächer wie etwa Medienkunde und Berufskunde weiterhin unterrichtet werden können.»

Lehrplan 21: "Nicht Propaganda, Information"

«Es ist Behördenpropaganda gemacht worden, die Sachlichkeit hat klar gefehlt», wirft Tanja Primault-Suter, SVP-Grossrätin, Lehrerin und Lehrplan-Gegnerin den Lehrplan-Befürwortern vor. «Deshalb hatte diese Initiative leider nie eine Chance.»

«Die Sachlichkeit hat gefehlt», sagt auch Abbassi. Allerdings: «Vom Initiativkomitee aus.» Da sei Angstmacherei betrieben worden. Der Lehrerverband und die Behörden hätten nicht Propaganda gemacht, sondern informiert. Und dazu seien die Schulen und Behörden verpflichtet.

«Das ist Abstimmungsrethorik», sagt der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Er habe sich auch oft genervt. Aber: «Die Behörden haben Informationspflicht und sollen diese auch wahrnehmen.»

Wichtig sei, dass in Sachen Lehrplan 21 nun auch im Aargau Klarheit herrsche. 2020 solle der neue, national harmonisierte Lehrplan dann eingeführt werden, ergänzt durch kantonsspezifische Geschichts- und Geografiethemen.

„Wichtig ist, dass wir jetzt Klarheit haben“

„Wichtig ist, dass wir jetzt Klarheit haben“

Bildungsdirektor Alex Hürzeler ist erfreut zum Nein zur Vorlage „Nein zum Lehrplan 21“.

Finanzausgleich: "Jetzt schauen wir genau hin"

Zum neuen Finanzausgleich im Kanton Aargau zeichnet sich ein Ja ab. Roger Fricker, Gemeindeammann Oberhof und Gegner der Vorlage, betont im Interview am Sonntagnachmittag: "Wir wollen jetzt akribisch darauf schauen, dass die Gemeinden nicht an die Wand gefahren werden, auch jene, die Ergänzungsleitungen erhalten."

Susanne Voser, Gemeindeammann Oberhof und Befürworterin, gab sich vor Bekanntgabe der definitiven Abstimmungsresultate noch vorsichtig. Bei einem Ja würde sie aber "der Aargauer Bevölkerung ein grosses Lob aussprechen dafür, dass sie sich in dieser turbulenten Zeit doch für eine faire Lösung entschieden hat."

"Ein Lob an die Aargauer Bevölkerung"

"Ein Lob an die Aargauer Bevölkerung"

Susanne Voser, Gemeindeammann Neuenhof, ist froh über die Zustimmung zum Aargauer Finanzausgleich. Gegner Roger Fricker, Gemeindeammann Oberhof, will nun genau hinschauen.

"Jetzt wird diese Vorlage per 1. Januar 2018 so umgesetzt, wie sie der Grosse Rat beschlossen hat", sagt Regierungsrat Urs Hofmann am Sonntag zufrieden. 

Die Regierung habe stets offengelegt, dass es zu einer Verschiebung der Steuerfüsse kommen würde. "In den ersten Jahren wird es aber Übergangsbeiträge geben, per Januar 2018 wird sich also nicht viel ändern."

Sorgen macht er sich auch nicht um Gemeinden wie Attelwil im Bezirk Zofingen, die die Steuern um ganze 29 Prozent erhöhen muss. "Diese Gemeinden waren in der Vergangenheit zu Unrecht Nutzniesser." 

"Gemeinden wie Attelwil waren zu Unrecht Nutzniesser"

"Gemeinden wie Attelwil waren zu Unrecht Nutzniesser"

Der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann ist zufrieden darüber, dass der Finanzausgleich nun so umgesetzt werden kann, wie ihn der Grosse Rat beschlossen hat.

(smo) 

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