Nach Fall Fislisbach
Bedrohte Gemeinde-Angestellte: «Habe das Problem unterschätzt»

Immer wieder werden im Aargau Beamte bedroht. Die Gemeindeammänner haben die Problematik am Dienstag behandelt. Präsidentin Renate Gautschy ist besorgt. Wie häufig solche Vorfälle tatsächlich vorkommen, soll nun eine Umfrage bei den Gemeinden zeigen.

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Vor einer Woche ist ein Mann im Gemeindehaus in Fislisbach ausgerastet und hat Angestellte des Betreibungsamtes mit dem Tod bedroht. Die Verwaltung engagierte daraufhin zum Schutz der Mitarbeiter einen privaten Sicherheitsdienst.

Dabei handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall. Immer wieder werden Beamte im Aargau bedroht. 80 Prozent der Gemeinden haben mittlerweile selbst Schutzmassnahmen ergriffen. So verfügen heute viele Ämter über Alarmknöpfe und Sicherheitsschleusen, um sich vor Bedrohungen zu schützen und im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Am Dienstag tagte die Gemeindeammänner-Vereinigung in Aarau und nahm sich der Thematik an. «Das Problem ist grösser, als ich gedacht habe. Ich habe es anders eingestuft», muss Renate Gautschy, Präsidentin der Gemeindeammänner-Vereinung, gegenüber Tele M1 eingestehen. Insbesondere Betreibungs-, Steuer- und Sozialämter seien verstärkt bedroht.

Die Vereinigung zeige sich über die Entwicklung besorgt. Ob sich die Fälle aber statistisch tatsächlich gehäuft hätten, könne noch nicht beurteilt werden, gibt sie auf Nachfrage gegenüber der az zu bedenken. «Solche Vorfälle sind früher auch schon vorgekommen, da muss man sich nichts vormachen. Heute werden sie einfach durch die Medien öffentlich gemacht.»

In einem nächsten Schritt will der Vorstand diesen Frühling eine Umfrage bei den Gemeinden durchführen, um so konkrekte Zahlen zu Häufigkeit und Schwere der Bedrohungen zu erhalten.

Erst durch diese Erhebungen sei es dann möglich, konkrete Schlüsse zu ziehen und die Problematik aufzuarbeiten, sagt Gautschy. (szu)

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