Hitze
Bedenkenlos baden: Was Wasserratten in Aargauer Gewässern beachten sollten

Die Hitze hat keinen Einfluss auf die Qualität des Badewassers am Hallwilersee. Bei Bächen und Flüssen ist es etwas komplizierter. Was Wasserratten beachten können.

Noemi Lea Landolt
Merken
Drucken
Teilen
Bei dieser Hitze hilft nur eine Abkühlung.

Bei dieser Hitze hilft nur eine Abkühlung.

Alex Spichale

Schweiss fliesst aus den Poren, Kleider kleben an der Haut. Wer kann, hält sich im oder am Wasser auf. Obwohl sich Viren und Bakterien in warmen Wasser schneller vermehren, bestehe für Badegäste keine Gefahr. In grossen Gewässern wie dem Hallwilersee habe eine Trockenperiode keinen Einfluss auf die Qualität des Badewassers.

«Die Messwerte bescheinigen den Seebädern weiterhin eine sehr gute Wasserqualität», sagt Irina Nüesch, Leiterin Abteilung Trink- und Badewasser des Kantons. «Die intensive Sonneneinstrahlung hygienisiert die obersten Wasserschichten, weil der UV-Anteil des Lichtes Bakterien und Viren inaktiviert.»

Anders als am Hallwilersee schwankt die Badewasserqualität an Flüssen und Bächen stärker. «Es sind aber nicht die Phasen von stabilem Hochsommerwetter, sondern die instabilen Lagen mit Gewittern und Platzregen, die zur Verminderung der Badewasserqualität von Flussbädern führen», sagt Nüesch. Niederschlagsreiches Wetter sei aus hygienischer Sicht heikler als heisse, trockene Perioden.

Badegäste erkennen eine schlechte Wasserqualität an trübem, aufgewühltem und bräunlichem Wasser. «In der Regel besteht erst dann wieder eine ausreichende bis gute hygienische Wasserqualität, wenn das Fluss- oder Bachwasser wieder farblich unauffällig und relativ klar ist», sagt Nüesch.

Kanton kontrolliert regelmässig

Problematisch sei eine Trockenperiode nur bei Bächen, «die einen stattlichen Anteil geklärtes Abwasser führen», sagt Nüesch. In solchen Bächen sei in einer Trockenperiode nur noch wenig Regenwasser vorhanden, das «die unvermeidlichen Bakterien- und Virenfrachten des geklärten Abwassers verdünnt». Aus dem gleichen Grund sollten Wasserratten Badeplätze in der Nähe von Kläranlagen-Einläufen oder Rohreinmündungen von sonstigem nährstoffhaltigem, bakterienreichem Wasser meiden. «Solche Stellen sind oft an lokaler Verschlammung und ihrem Geruch zu erkennen», sagt Nüesch. Um Infektionen zu vermeiden, sollte man «möglichst wenig Wasser schlucken, bestehende Wunden wasserdicht abdecken, neue Wunden sofort desinfizieren und nach dem Baden gründlich duschen», rät Nüesch.

Zwischen Mai und September kontrolliere der Kanton monatlich die Wasserqualität an «fünf Badestellen mit überregionaler Bedeutung». Weitere Badeplätze würden bei Verdacht oder Hinweis auf mangelhafte Wasserqualität genauer untersucht, sagt Nüesch.

In den Freibädern übrigens weist das Wasser «unabhängig vom Wetterverlauf nahezu immer einwandfreie mikrobiologische Qualitätswerte auf». Was die chemische Qualität betreffe, müssten die Badegäste ihren eigenen Beitrag leisten. Dazu gehört, Schweiss und Sonnencreme vor dem Baden abzuduschen.