Brände
Bauernhöfe brennen nicht häufiger – aber die Feuer werden grösser

Gleich dreimal brannte es in den letzten sechs Wochen auf Bauernhöfen im Einzugsgebiet der Nordwestschweiz. Zwei Höfe brannten bis auf die Grundmauern nieder. Die betroffenen Landwirte sind in ihrer Existenz bedroht.

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Grossbrand auf Bauernhof am Hauenstein
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Grossbrand auf Bauernhof am Hauenstein
Im Verlaufe des Nachmittags ist das Ökonomiegebäude (links) bereits abgebrannt, und der Wohntrakt steht in Vollbrand.
Grossbrand auf Bauernhof am Hauenstein
Von allen Seiten werden die Flammen im Wohntrakt bekämpft.
Polizei und Feuerwehr mussten ihre Einsätze koordinieren.
Grossbrand auf Bauernhof am Hauenstein

Grossbrand auf Bauernhof am Hauenstein

Kapo SO

Zuerst, am 8. August, brannte das «Horn» in Hauenstein-Ifenthal. Die Löschversuche der mit 80 Mann angerückten Feuerwehr konnten den Bio-Hof der Familie Strub nicht retten - zu abgelegen lag der Berghof. Die Brandruine ist bereits abgerissen.
Dann am vergangenen Sonntag 15. September erwischte es Hans Henzi in Günsberg. Auch sein Hof liegt in Schutt und Asche. Wenigstens das Wohnhaus retten konnte die Feuerwehr gestern 18. September in Möriken.

Oft kommt jede Rettung zu spät
Brennen Bauernhöfe häufiger als normale Wohnhäuser? «Nein, keineswegs», so René Lüscher von der Aargauischen Gebäudeversicherung. Aber: Wenn Bauernhöfe brennen, dann tun sie das halt grösser. «Bauernhöfe haben ein grösseres Brandvolumen und auch die gelagerten Materialien sind anders als bei einem Einfamilienhaus.» Deshalb brennen Bauernhöfe oft bis auf die Grundmauern nieder.

Existenz vernichtet
Für die betroffenen Landwirte kommt das mit der Vernichtung ihrer wirtschaftlichen Existenz gleich. Dementsprechend düster sieht auch Hans Henzi seine Zukunft: «Mir gefällt es hier, aber mit der Landwirtschaft ist es wohl vorbei, da man einfach zu viel investieren muss». Also muss er sein Vieh verkaufen und den Milchbetrieb aufgeben.

Solidarität aus der Bevölkerung
Ein kleines Trostpflaster: Oftmals können die Bauern auf grosse Solidarität aus der Bevölkerung bauen. So auch die Familie Strub vom Horn, welche zahlreiche Spenden aus der Bevölkerung entgegennehmen konnte und auch von der Gemeinde unterstützt wird. Nichtsdestotrotz: Wie es in Zukunft weitergehen soll weiss man auf dem Horn, in Günsberg und in Möriken noch lange nicht. (rhe)

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