Zivilschutz
Bald Zivilschützer auf Patrouille?

Die Aktion Crime Stop /Feuerwehr steht für Patrouilleneinsätze in Quartieren nicht mehr zur Debatte. Einst wurde diskutiert, ob präventiv Zivilschützer in Wohnquartieren patrouillieren sollten.

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Themenbild Zivilschutz

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Andreas Kaufmann

Um das Problem krimineller Asylbewerber in den Griff zu bekommen, hat die Regierung kürzlich eine Task Force «Crime Stop» ins Leben gerufen. In diesem Zusammenhang wird wie schon 1999 (damals häuften sich Dämmerungseinbrüche) diskutiert, ob präventiv Zivilschützer oder Feuerwehrleute in Quartieren patrouillieren sollen.

Option Feuerwehr «ist vom Tisch»

Laut Regierungssprecher Peter Buri wird das Thema Feuerwehr in der Task Force nicht weiter verfolgt: «Es ist inzwischen vom Tisch». Joe Habermacher, Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbandes, hatte sich heftig gegen solche mögliche Einsätze gewehrt. Gleichwohl machen Feuerwehrangehörige (alles Freiwillige) in Hirschthal schon seit 1997 jeweils von Ende Oktober bis Mitte Februar Patrouillengänge durchs Dorf, nachdem 1996 reihenweise Einfamilienhäuser ausgeräumt worden waren.

Zivilschutz: Treffen im September

Immer deutlicher zum Thema wird aber ein möglicher Einsatz von Zivilschutzangehörigen zur Unterstützung von Kantons- und Regionalpolizei. Wie der «SonntagsBlick» meldet, ging vor wenigen Tagen ein Brief von Guido Beljean von der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz an die verantwortlichen Zivilschützer im Kanton. Peter Buri bestätigt dies. Dieser bringt klar zum Ausdruck, dass die Task Force auf solche Einsätze hofft. Ende September findet ein Treffen statt. In der Task Force hofft man, dass erste (selbstverständlich unbewaffnete) Patrouillen ab November eingesetzt werden können. Ob sie kommen, können aber weder die Task Force noch die Kantonsregierung entscheiden, wie Peter Buri betont. Das ist Sache der jeweiligen Gemeinde oder Zivilschutzorganisation. Klar ist zudem, dass nur Freiwillige zum Einsatz kämen. Sie sollen durch ihre Präsenz präventiv wirken und hätten keinerlei Polizeigewalt.

Ernst Binder, Präsident des Aargauischen Zivilschutzverbandes, will der nächsten Vorstandssitzung nicht vorgreifen. Persönlich ist er aber von dieser Idee nicht überzeugt. «Die Zivilschützer machen einen guten Job», sagt er, «sie sind für solche Aufgaben aber nicht ausgebildet.» Sie seien zur Unterstützung von Feuerwehr und Sanität da, nicht zur Unterstützung der Polizei. Auch weil die Polizei sukzessive aufgestockt wird, erachtet er es nicht als zweckmässig, auch noch den Zivilschutz einzusetzen.

In Suhr patrouillierte Zivilschutz

Sollten ab November tatsächlich da und dort Zivilschützer auf Patrouille gehen, wäre dies nicht das erste Mal im Aargau. In Suhr beispielsweise waren bis vor einigen Jahren in den Wintermonaten Zivilschützer nächtens unterwegs. Gemeindeammann Beat Rüetschi ist überzeugt, dass dies präventiv nützte und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöhte. Allzu lange könne man das aber nicht machen, so Rüetschi rückblickend. Die Patrouillen wurden schliesslich beendet, weil zum Glück weniger passierte, aber auch, weil sich zunehmend Motivationsprobleme ergaben und es schwierig wurde, Freiwillige zu finden.