Covid-Impfung
Bald wird auch in Muri und Rheinfelden geimpft – in Aarau sind die Container angekommen

Seit dieser Woche werden die ersten Aargauerinnen und Aargauer gegen Covid-19 geimpft. Die jetzigen Impfzentren sind aber längerfristig zu klein. Am Kantonsspital Aarau werden in den nächsten Tagen Container aufgestellt. Auch in Muri und Rheinfelden soll bald geimpft werden.

Noemi Lea Landolt
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Es ist noch nicht ganz hell, als auf dem Areal des Kantonsspitals Aarau (KSA) der Lastwagen vorfährt. Geladen hat er Container. In den nächsten Tagen entsteht daraus ein Impfzentrum. Schon am 15.Januar sollen dann die ersten Personen in den Containern gegen Covid-19 geimpft werden. Aktuell werden die Aargauerinnen und Aargauer am KSA noch im Haus 3 geimpft. Sobald jedoch mehr Impfstoff zur Verfügung steht und auch die breite Bevölkerung sich impfen lassen kann, reichen die zwölf verfügbaren Plätze nicht mehr und es braucht die Container-Lösung.

Für die Organisation der Covid-Impfung ist der Kanton zuständig. Er hat die Container organisiert, die am Donnerstag in Aarau eingetroffen sind. Neben den beiden Zentren an den Kantonsspitälern plant der Kanton weitere Impfzentren an den Regionalspitälern. Aus Versorgungsgründen stünden Angebote an den Spitälern in Muri und Rheinfelder im Vordergrund, teilt das Gesundheitsdepartement mit. Vorbereitungen liefen aber auch für weitere Spitäler.

Impfzentrum im Trafo Baden ist vom Tisch

Kein Wort verliert das Gesundheitsdepartement in seiner Mitteilung über ein grösseres Impfzentrum in der Region Baden. Der Kanton hat zwar offenbar einen Plan, kommuniziert den genauen Standort des Impfzentrums aber noch nicht. Klar ist, dass die Kapazitäten des jetzigen Impfzentrums am KSB nicht reichen werden. Klar ist auch, dass es am KSB keine Container-Lösung wie in Aarau geben wird. Der Kanton hat bestehende Standorte geprüft – darunter die Baregg-Badmintonhalle in der Nähe des Spitals oder das Trafo. Zumindest das Trafo ist aber vom Tisch. Dafür ist laut AZ-Informationen mindestens ein Standort ausserhalb der Stadt Baden im Rennen.

Wann genau die Impfzentren in Rheinfelden und Muri und weiteren Regionalspitälern den Betrieb aufnehmen, ist noch unklar. Das hänge davon ab, wann die weiteren Impfstoffe zugelassen werden, schreibt das Gesundheitsdepartement.

Am Montag werden wieder Termine freigeschaltet

Im Kanton Aargau stehen im Moment nur rund 2500 Impftermine pro Woche zur Verfügung. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich – obwohl erst über 75-Jährige und Personen mit chronischen Vorerkrankungen geimpft werden. Im Aargau leben rund 57'000 Personen, die 75 Jahre alt oder älter sind. Dazu kommen laut Schätzungen des Kantons 80'000 Personen unter 75 Jahren mit chronischen Vorerkrankungen. Die Situation wird sich erst verbessern, wenn der Bund zusätzliche Impfdosen liefert und weitere Impfstoffe zugelassen werden.

Am Montag, 11. Januar, werden auf den beiden Online-Buchungssystemen der Kantonsspitäler Aarau und Baden neue Impftermine für die Zeit bis zum 18. Januar freigeschaltet. Ab dem 12. Januar werden täglich neue Termine für jeweils einen Tag freigeschalten. Das heisst: Am 12. Januar können Termine für den 19. Januar gebucht werden. Am 13. Januar solche für den 20. Januar.

Hausärztinnen helfen bei der Terminbuchung

Eine Anmeldung per Telefon oder E-Mail sei nicht möglich, schreibt das Gesundheitsdepartement in seiner Mitteilung vom Donnerstag. Der Kanton rät Personen ohne Internetzugang, sich von ihrem Umfeld oder ihrem Hausarzt unterstützen zu lassen. Personen unter 75 Jahren mit Vorerkrankungen müssen sich in jedem Fall über den Hausarzt anmelden. Das Online-Formular ist nur für über 75-Jährige.

Selbst impfen können die Hausärzte im Moment noch nicht. Sobald aber mehr und einfach zu lagernder Impfstoff verfügbar ist, soll sich das ändern. Gleiches gilt für die Apotheker.

Gratis-Hotline für medizinische Fragen

Der Aargauische Ärzteverband bietet im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie einen telefonischen Notfallberatungsdienst an: Unter der Telefonnummer 0900 401 501 kann die Bevölkerung dringende medizinische Fragen stellen. Das Angebot ist wie bereits im Frühling kostenlos verfügbar. Für nicht-medizinische Fragen zur Impfung stehen weiterhin die E-Mailadresse covid-19-impfung@ag.ch sowie die Infoline des Bundesamts für Gesundheit BAG (058 377 88 92) zur Verfügung.

Mutiertes Coronavirus im Aargau nachgewiesen

Im Aargau ist bei einer Person eine der neuen Coronavirusvarianten nachgewiesen worden. Das teilt der Kanton mit. 294 Personen, die aus Südafrika oder Grossbritannien eingereist sind, wo die mutierten Viren erstmals aufgetaucht sind, befinden sich in Quarantäne.

Am Mittwoch wurden 346 neue Coronafälle registriert. Drei Personen, die an Covid-19 erkrankt waren, sind gestorben. 152 Covid-Patienten wurden im Spital behandelt. 33 von ihnen lagen auf der Intensivstation. Die Aargauer Spitäler seien weiterhin stark ausgelastet und durch krankheitsbedingte personelle Ausfälle belastet, schreibt der Kanton. Es würden Hunderte Wahleingriffe verschoben. Der Kanton hält fest, es drohe nach wie vor eine Überlastung der Spitäler, wenn die Hospitalisationen weiter steigen. (az)