eHealth Aargau
Bald kann man auf der Post in Aarau ein elektronisches Patientendossier eröffnen

Die Stammgemeinschaft eHealth Aargau wurde als erste Stammgemeinschaft in der Schweiz zertifiziert. Erste Spitäler eröffnen ab Dezember elektronische Patientendossiers. Im Januar soll das auch in der Poststelle in Aarau möglich sein.

Noemi Lea Landolt
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Nicolai Lütschg, Geschäftsführer von eHealth Aargau, freut sich, dass die Zertifizierung abgeschlossen ist.

Nicolai Lütschg, Geschäftsführer von eHealth Aargau, freut sich, dass die Zertifizierung abgeschlossen ist.

Sandra Ardizzone

Die Einführung des elektronischen Patientendossiers zieht sich hin. Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier verlangt eine umfangreiche Zertifizierung, bevor erste Dossiers eröffnet werden dürfen. Nun ist die Stammgemeinschaft eHealth Aargau als erste Stammgemeinschaft in der Schweiz einen wichtigen Schritt weitergekommen. Die Zertifizierungsstelle KPMG hat ihr das Zertifikat erteilt.

Nicolai Lütschg, Geschäftsführer von eHealth Aargau, freut sich, obwohl er weiss, dass die Arbeit jetzt erst anfängt. Läuft alles nach Plan können in ersten Aargauer Spitälern am Dezember erste elektronische Patientendossiers eröffnet werden.

Ab Januar wird die neue digitale Krankenakte auch für die breite Bevölkerung zugänglich. In der Poststelle in Aarau soll man im neuen Jahr ein elektronisches Patientendossier eröffnen können. Weitere Poststellen sollen folgen.

Im elektronischen Patientendossier können Ärztinnen und Ärzte Informationen ablegen. Der Patient kann Austrittsbriefe lesen oder Röntgenbilder seiner gebrochenen Hüfte anschauen, wenn er möchte. Er legt selber fest, wer auf welche Daten im Dossier zugreifen kann und Daten hochladen kann.

Verständnis für Kritik von Spital-Chef

Adrian Schmitter, CEO des Kantonsspitals Baden (KSB), hat letzte Woche in einem Gastkommentar in der AZ kritisiert, dass sich die Einführung des elektronischen Patientendossiers so lange hinzieht. Dem hohen Aufwand, den die Spitäler betrieben hätten, stehe bis heute null Nutzen gegenüber.

Das KSB hatte schon eine Medienmitteilung vorbereitet, um am 5. November darüber zu informieren, dass es als eines der ersten Spitäler die Möglichkeit biete, ein solches Dossier zu eröffnen. Verschickt wurde die Meldung nicht, weil die Einführung verschoben werden musste.

Nicolai Lütschg hat Verständnis für die Kritik aus Baden. "Wir wollten am 5. November live gehen. Wir haben seit Sommer mit allen Involvierten auf diesen Termin geplant. Dann haben wir sie zwei Wochen vorher erfahren, dass das Zertifikat nicht erteilt werden kann und wir mussten abbrechen." Dass das Zertifikat nur zwei Wochen später doch ausgestellt wird, damit habe niemand rechnen können.

Die Stammgemeinschaft sucht nun wieder das Gespräch mit den Verantwortlichen der Spitäler, Reha-Kliniken und Psychiatrien im Kanton. "Wir sind glücklich, dass sicher zwei Spitäler bereits sind ab Dezember mit dem elektronischen Patientendossier zu arbeiten", sagt Lütschg. Welche beiden Spitäler das sein werden, verrät er noch nicht.

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