Öffentlicher Verkehr
Bald gibt es klimatisierte Züge auf der Strecke Wettingen–Olten

Auf der Linie Olten–Wettingen kommen Mitte August zu Spitzenzeiten neue Züge zum Einsatz. Das ist mit einem riesigen Komfortsprung verbunden: Neben der Klimaanlage gehört auch ein Niederflur-Einstieg dazu.

Hans Lüthi
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Nur noch wenige Wochen: Schwitzende Passagiere im Regio-Express zwischen Aarau und Olten

Nur noch wenige Wochen: Schwitzende Passagiere im Regio-Express zwischen Aarau und Olten

Alex Spichale

Im Zug sitzen und schwitzen gehört zu den höchst unangenehmen Seiten des Hochsommers. Viele Pendler und Reisende denken ohne Wehmut an die Zeiten zurück, als die Gluthitze in den alten Bahnwagen kaum auszuhalten war.

Was im Fernverkehr längst Standard ist, setzt sich auch im Regionalverkehr der Bahnen mehr und mehr durch: Seit dem Fahrplanwechsel verkehren die modernen Flirtzüge von Stadler Rail im Freiamt. Und auf der gut frequentierten Strecke Baden–Waldshut und Baden–Zurzach rollt der Domino, Klimaanlage und teilweise Niederflur-Einstieg natürlich inbegriffen.

Schneller beim Regio-Express

Die Zugbenützer auf der Strecke Wettingen–Olten und umgekehrt sitzen bei Hitze noch immer schwitzend auf den alten Polstern. Es gibt noch wenige Ausnahmen im Aargau mit völlig veraltetem Rollmaterial. Dazu gehört der Regio-Express, als wichtige Verbindung nach Bern und in die Westschweiz. Im Herbst werde auch hier umgestellt, hiess es bisher immer von den Bahnbetreibern. Ein schwacher Trost für hitzegeplagte öV-Benutzer, denn im Herbst ist die grosse Sommerhitze wahrscheinlich vorüber.

«Für die Pendler in den Spitzenzeiten am Morgen und Abend habe ich eine gute Nachricht», sagt Hans Ruedi Rihs, öV-Leiter in der Abteilung Verkehr, gestützt auf eine Nachfrage bei den SBB. «Mitte August, wenn die Leute aus den Sommerferien zurück sind, wird der neue Regio-Doppelstockzug mehrheitlich für die Pendler rollen», betont Rihs.

Riesiger Komfortsprung

Das ist mit einem riesigen Komfortsprung verbunden: Neben der Klimaanlage gehört auch Niederflur-Einstieg dazu, den besonders Eltern mit Kinderwagen, Behinderte und ältere Menschen sehr zu schätzen wissen. Aber auch eine bessere Fahrgastinformation, zeitgemässe WC-Anlagen und die Videoüberwachung gegen Zerstörungen und Vandalenakte sind inbegriffen. Zum viel höheren Fahrkomfort kommt die zusätzliche Ruhe, weil sich die Fenster nicht mehr öffnen lassen. Für die Zwischenzeiten, von 10 bis 15 Uhr, verkehren weiterhin die alten, ungekühlten Züge aus der ersten Generation der Zürcher S-Bahn.

Im Laufe der Zeit wird bei diesen Zügen ein Mittelwagen durch einen Niederflurwagen ersetzt, damit ein bequemerer Einstieg angeboten werden kann. Zwischen Brugg und Zürich fahren die neuen Regio-Doppelstockzüge bereits seit Februar. Bei den Direktzügen vom Freiamt nach Zürich am Morgen und am Abend zurück stehen seit Juni Dominozüge im Einsatz. Mit einer Ausnahme: Ein Zuglauf rollt noch mit den alten und damit unklimatisierten Wagen.

Bei Ausfällen alte Züge möglich

Der unerwartete Einsatz von altem Rollmaterial ist immer möglich, wie sich gestern Morgen zwischen Döttingen und Baden zeigte. Ein sechsteiliger Pendelzug aus dem letzten Jahrhundert tuckerte in Döttingen um 07.49 Uhr los. «Wenn eine Komposition defekt ist, können solche Züge irgendwann und irgendwo immer anzutreffen sein», erklärt Hans Ruedi Rihs wenig überrascht. Aber das geschieht nicht etwa mit der Absicht, der Kundschaft zu zeigen, wie schön das moderne, kühle Reisen geworden ist.