Baden
Badener Architekten geben das Stadion-Projekt in Zürich noch nicht auf

Adrian Meyer, Partner im Architekturbüro Burkard Meyer, ist enttäuscht über die knappe Ablehnung des Stadion-Projekts auf dem Gelände des ehemaligen Hardturms. Komplett aufgegeben hat er das Projekt aber noch nicht.

Dean Fuss
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Das Zürcher Stimmvolk hat das Stadion-Projekt knapp abgelehnt.

Das Zürcher Stimmvolk hat das Stadion-Projekt knapp abgelehnt.

Hochbaudepartement Zürich

Das Zürcher Stimmvolk hatte das Projekt des Badener Architekturbüros Burkard Meyer für einen Stadionneubbau auf dem Areal des ehemaligen Stadions Hardturm am Sonntag mit 50,8 Prozent hauchdünn abgelehnt.

«Uns entsteht durch die Ablehnung ein materieller Verlust, der nicht wegzudiskutieren ist», sagt Adrian Meyer, Partner des Architekturbüros auf Anfrage der Aargauer Zeitung.

Für ihn steht vor allem der «kulturelle Verlust» im Vordergrund. «Das Projekt hatte eine grosse Ausstrahlung, weit über Zürich hinaus und auch international.»

Für Burkard Meyer wäre das Stadion ein wichtiger Auftrag gewesen. «Durch die Ablehnung sind bei uns jetzt aber keine Arbeitsplätze gefährdet», so Meyer.

Da man bereits im Voraus habe sehen können, dass es eng werden könne, habe man sich auch entsprechend vorbereitet.

Viel Zuspruch für das Stadion-Projekt

Die zahlreichen Reaktionen per SMS und Mail, beispielsweise auch von Star-Architekt Jacques Herzog, hätten ihm nochmals bestätigt, dass das Projekt auf sehr viel Zuspruch gestossen sei.

Meyer glaubt aber trotz des negativen Entscheids weiter an das Projekt: «Unser architektonisches Projekt war ja gar nicht bestritten.»

Vornehmlich sei es bei den Diskussionen um die finanziellen Bedenken rund um die Vorlage des Stadtrates gegangen. Kritik am projektierten Stadion selber habe es kaum je gegeben.

Zürich droht ein volkswirtschaftlicher Scherbenhaufen

«Die Stadt Zürich steht vor einem volkswirtschaftlichen Scherbenhaufen, sollte das Projekt schubladisiert werden», sagt Meyer.

Klar ist: Die Stadt hat bereits beträchtliche Investitionen in das Stadion gemacht. Alle Arbeiten des Architekturbüros, wie auch der Ingenieure haben Geld gekostet.

Meyer hofft, dass sich die verschiedenen Parteien von Opposition bis zu Befürwortern, an einen Tisch setzen und die Chancen des abgelehnten Projekts besprechen.

Nur so könne der genannte volkswirtschaftliche Scherbenhaufen in Millionenhöhe verhindert werden.

Keinen Spielraum lasse zudem der rechtsgültige Gestaltungsplan, den die Stadt und das Quartier zusammen erarbeitet hatten: «Auf dem Gelände des ehemaligen Hardturm muss ein Stadion gebaut werden.»

Die Lust ist immer noch da

In Aarau zeichnen Burkard Meyer für den Stadionneubau im Torfeld Süd verantwortlich. Hier steht die Baubewilligung noch aus. Meyer kennt die unsichere Situation also. Trotz dieser Unannehmlichkeiten wollen sich Burkard Meyer aber nicht von Projekten für Fussballstadien abwenden.

«Wir haben weiterhin Lust auf Fussballstadien», sagt Meyer. Bei grösseren Projekten sei es nun einmal so, dass die Architekten immer zwei Wettbewerbe zu überstehen hätten:

«Nach dem eigentlich Projektwettbewerb jeweils auch noch der an der Urne.» Mit einer Ablehnung müsse man immer rechnen.

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