Baby im Nationalrat: ein ungewohntes Bild. Am Donnerstag hatte Irène Kälin (Grüne) ihren kleinen Elija für die Abstimmung im Nationalratssaal dabei. "Er hat heute ausnahmsweise auf mir geschlafen, was er sonst nicht macht", erklärt die 31-Jährige gegenüber dem Regionalsender Tele M1. Er habe sich genau richtig verhalten, nach dem Motto: "Das geht mich alles nichts an, ich schlafe weiter."

Derzeit richtet sich in Kälins Leben alles nach dem drei Monate alten Jungen. Ihr Freund, "Schweizer Illustrierte"-Co-Chefredaktor Werner De Schepper (53), hat für die Herbstsession drei Wochen Ferien genommen. Alle zwei Stunden geht er ins Bundeshaus. "Das ist eine Service-Leistung für den Kleinen. Er will essen gehen", sagt er.

In einer freien Minute stillt Kälin, ein wenig versteckt in einer Nische, ihren Sohn. Sie sagt über die Doppelverantwortung: "Es ist ein Abenteuer, aber es geht." Man müsse aber klar sagen, dass es nur gehe, wenn man einen Partner habe, der bereit sei, eine "Riesen-Büez" zu machen. Hierzu gehört etwa das Wickeln. Seit neuestem hat die Familie im Bundeshaus einen Wickeltisch. Plötzlich geht es schnell: Kälin eilt zur Abstimmung und Vater De Schepper übernimmt das Wickeln. Das Leben als Hausmann sei kein Zuckerschlecken – auch wenn der Sohn ein ruhiger sei, sagt De Schepper: "Man kommt zu fast nichts mehr." (mwa)