Die Anklage fordert für den 37-jährigen Kosovaren aus dem Kanton Luzern eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, wie die Aargauer Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Der Mann ist nur teilweise schuldfähig.

Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten kommt zum Schluss, dass der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Krankheit nur teilweise schuldfähig gewesen war. Die Staatsanwaltschaft beantragt deshalb, die Freiheitsstrafe zugunsten einer stationären Massnahme aufzuschieben.

Zum Vorfall war es Abend des 27. Juni 2016 in Murgenthal gekommen. Der 37-Jährige griff nach einer Personenkontrolle eine Patrouille der Regionalpolizei Zofingen mit einer Axt und einem Gertel an.

Nachdem der Angreifer weder auf Zurufe noch auf den Einsatz von Pfefferspray reagiert hatte, gaben zwei Regionalpolizisten auf kurze Distanz mehrere Schüsse auf den Mann ab und verletzten ihn am rechten Oberschenkel und am linken Unterarm.

Polizisten schossen tatsächlich aus Notwehr

Polizisten schossen tatsächlich aus Notwehr

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen zwei Regionalpolizisten eingestellt, die letzten Juni in Murgenthal auf einen Mann geschossen hatten.

"Schussabgabe verhältnismässig"

Die mit der Strafuntersuchung gegen die zwei Polizisten betraute Staatsanwaltschaft Baden kam zum Schluss, dass der Schusswaffengebrauch verhältnismässig und rechtmässig gewesen sei, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Die Untersuchung habe gezeigt, dass für die Polizisten nebst dem Gebrauch der Schusswaffe keine Alternativen bestanden hätten, sich in dieser Notwehr- und Notwehrhilfesituation gegen den mit Axt und Gertel bewaffneten Angreifer zu schützen.

Das Verfahren gegen die Polizisten wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde deshalb eingestellt. Die Einstellungsverfügungen sind noch nicht rechtskräftig. Der Angreifer muss sich vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten.