AKW Beznau
Axpo wehrt sich gegen Kritik: «Die Sicherheit hat oberste Priorität»

Beznau I ist nicht nur alt, sondern bald das älteste AKW weltweit. Eine Axpo-Sprecherin erklärt, warum es trotzdem sicher sein soll und was Axpo unternehmen will, damit es auch so bleibt.

Daniel Fuchs
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Das «Stahlcontainment» der AKW Beznau: Noch keine Risse. (Archiv)

Das «Stahlcontainment» der AKW Beznau: Noch keine Risse. (Archiv)

Keystone

Es gibt wohl keine Pressesprecher, die für Atomkraftwerk-Betreiber arbeiten und ihren Atomkraftwerken (AKW) hundertprozentige Sicherheit attestieren. Das ist auch bei der Axpo – der Stromkonzern betreibt Beznau I und II – nicht anders, wenn Sprecherin Catherine Mettler gegenüber der az beteuert: «Die Sicherheit hat für Axpo – früher wie heute – oberste Priorität.» Auch wenn Beznau I bald das weltweit älteste AKW sei: «Beznau erfüllt sämtliche technische Ansprüche.»

Atomgegner wie der grüne Nationalrat Geri Müller packten am Donnerstag die günstige Gelegenheit beim Schopf: Das bis heute weltweit älteste AKW Oldbury im Westen Englands geht noch diesen Monat vom Netz. Mit dessen Stilllegung wird das Axpo-Werk Beznau I den nicht gerade rühmlichen Ruf haben, mit über 42 Jahren das älteste zu sein.

Neue Reaktordeckel

Doch die Weste der Atomkraft-Betreibern ist rein. «Axpo hat über 1,6 Milliarden Franken in die Sicherheit von Beznau gesteckt: drei mal mehr als die Baukosten», sagt Catherine Mettler. In den kommenden Jahren sind Investitionen von weiteren 700 Millionen geplant. Allein 500 Millionen für den Bau einer autarken Notstromversorgung, welche die drei bestehenden ergänzen soll. Sie soll 2014 in Betrieb gehen.

Damit reagiert die Axpo auf einen der hauptsächlichen Kritikpunkte der Gegner an Beznau: die «unzuverlässige Notstromversorgung». Zwei weitere betreffen die Reaktordeckel und das Stahlcontainment, das Reaktorsicherheits-Gebäude aus Beton.

Die Reaktordeckel und das Stahlcontainment sind laut Catherine Mettler vollständig intakt. Trotzdem will Axpo vorsorglich reagieren und die Reaktordeckel ersetzen. Dies weil bei baugleichen Deckeln in ausländischen Reaktoren vereinzelt Risse aufgetreten seien.

In sieben Jahren ist Schluss

Der Stromkonzern nimmt also weiterhin viel Geld in die Hand. Wäre es nicht einfacher gewesen, man hätte Beznau längst stillgelegt und bereits früher stärker in erneuerbare Energien investiert? Normalerweise verweisen atomfreundliche Kreise bei solchen Fragen auf die Stromlücke, die sich aufgetan hätte, auftun würde.

Nicht so Catherine Mettler. «Bereits heute ist Axpo die grösste Anbieterin erneuerbarer Energien», erklärt sie. Und dann blickt sie in die Zukunft: «Bis 2030 wollen wir den Anteil erneuerbarer Energien mehr als verdoppeln.»

Ob das ausreichen wird? Der Bundesrat geht von einer Betriebsdauer der AKW von 50 Jahren aus. Beznau I müsste 2019 vom Netz.