Wahlen 2019

Ausland-Aargauer: Die Teilnahme an der Stichwahl vom 24. November ist möglich – aber nicht für alle

Der Aargau ist einer der wenigen Kantone, der es den Auslandschweizern ermöglicht, am zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen teilzunehmen. Weil es aber kein E-Voting gibt, müssen sie auf schnelle Post hoffen.

Nur in 11 der 26 Kantone können Auslandschweizer am zweiten Wahlgang für den Ständerat teilnehmen. Die restlichen 15 Kantone verwehren ihren Bürgern, die im Ausland leben, dieses Recht, wie die Nachrichtenagentur SDA am Sonntag meldete.

Im Wallis habe dies zu erstaunten Anrufen von Auslandschweizern geführt, die beim Kanton nachfragten, warum sie nicht wählen dürften. Grund dafür ist dort eine kantonale Regelung – und wohl auch der frühe Termin der Stichwahl.

Der zweite Wahlgang für den Ständerat findet im Wallis bereits am kommenden Sonntag, 3. November, statt. Das ist nur zwei Wochen nach dem ersten Wahlgang, damit ist die Zeit zu knapp, um den Ausland-Wallisern die Wahlunterlagen rechtzeitig zuzustellen.

Der Aargau gehört zu den elf Kantonen, die Auslandschweizern grundsätzlich die Teilnahme am zweiten Wahlgang ermöglichen, wie Regierungssprecher Peter Buri auf Anfrage der AZ sagt. «Die im Kanton registrierten Auslandsschweizerinnen und -schweizer werden auch für den zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen die Wahlunterlagen zugestellt erhalten.»

Dies passiert laut Buri in ungefähr zwei Wochen, das Wahlmaterial sollen die Ausland-Aargauer spätestens zehn Tage vor der Stichwahl vom 24. November haben. Dennoch können nicht alle Aargauer, die im Ausland leben, am zweiten Wahlgang teilnehmen. «Da im Moment bekanntlich kein E-Voting für die Auslandsschweizerinnen und -schweizer möglich ist, hängt die Teilnahmemöglichkeit am Urnengang von der postalischen Situation im entsprechenden Land ab», sagt Buri.

Diese sei erfahrungsgemäss unterschiedlich. Insbesondere ausserhalb der EU ist die Post ziemlich langsam, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet. So dauert es zum Beispiel über drei Wochen, bis das Wahlmaterial im Süden von Brasilien angekommen ist. Und nochmals so lange, bis es wieder zurück ist.

Ausland-Aargauer wählten mehrheitlich Links-Grün

Wahlberechtigt sind im Aargau insgesamt 10 433 Auslandschweizer, im ersten Wahlgang am 20. Oktober nahmen 1735 teil. Betrachtet man nur das Wahlverhalten der Ausland-Aargauer, zeigt sich ein klarer Trend zu Links-Grün: Ruth Müri (Grüne) erhielt 705 Stimmen von ihnen, Cédric Wermuth (SP) kam auf 610 Stimmen.

Dahinter auf den Plätzen drei und vier folgen Thierry Burkart (FDP, 452 Stimmen) und Hansjörg Knecht (SVP, 393), die über alle Wählergruppen gesehen nach dem ersten Wahlgang auf den beiden Spitzenrängen liegen. Gar erst auf Rang sechs folgt bei den Ausland-Aargauern die CVP-Kandidatin Marianne Binder mit 283 Stimmen.

Welche Kandidierenden von den Ausland-Aargauer aus welchen Ländern am meisten Stimmen erhalten, lässt sich laut Peter Buri nicht ermitteln. Eine solche Aufschlüsselung sei technisch und rechtlich nicht möglich, weil Stimmrechtsausweis und Wahlzettel im Auszählungsprozess separiert verarbeitet werden.

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