Das Konzept zur Ostaargauer Strassenentwicklung, kurz Oase, geht in die nächste Runde. Die Regierung beantragt dem Grossen Rat, die angedachten Strassenbauprojekte als Zwischenergebnis in den kantonalen Richtplan einzutragen. Zudem soll ein regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau entwickelt werden. Beim Zwischenergebnis für die Regionen Baden, Brugg und Zurzibiet gehe es noch nicht um eine exakte Linienführung der Strasseninfrastruktur, schreibt der Regierungsrat in seiner Botschaft vom Freitag.

Im Raum Baden/Wettingen stehen die Umfahrung Baden West mit oder ohne Anschluss an die Mellingerstrasse (440 Millionen Franken) sowie der Martinsbergtunnel (550 Millionen Franken) zur Diskussion. Im Raum Brugg/Windisch liegen die Varianten Nordumfahrung Windisch tief mit Spange Aufeld (150 Millionen Franken) und die Südostumfahrung Windisch mit neuer Aarequerung (350 Millionen Franken) auf dem Tisch.

Siggenthal fürchtet Mehrverkehr

Zu den vier nun vorliegenden Varianten sind während der Vernehmlassung insgesamt 152 Stellungnahmen von Parteien, Gemeinden, Regionalplanungsverbänden und anderen Interessenvertretern eingegangen. Am besten schnitt die Planung zum Fuss- und Radverkehr ab, dafür hätten die meisten Teilnehmer der Mitwirkung ihre Unterstützung signalisiert. Andererseits gibt es laut Botschaft der Regierung mehrere «wichtige Herausforderungen», im Klartext kritische Aspekte.

Im Raum Baden/Wettingen sind dies die Verknüpfung mit der A1, die Befürchtungen der Siggenthaler Gemeinden wegen des Mehrverkehrs bei einer Entlastung des Badener Zentrums, die Abstimmung mit der Verlängerung der Limmattalbahn und mögliche Beeinträchtigungen des Thermalwassers. Im Raum Brugg/Windisch drohen laut der Botschaft Konflikte mit bestehenden Naturschutzgebieten, der Militärnutzung im Aareraum sowie der Nutzungsplanrevision Brugg/Windisch mit geplanten Einzonungen.

In einem weiteren Schritt sollen im Richtplan nur noch ein Strassenprojekt in Baden/Wettingen und Brugg/Windisch festgesetzt werden. Dies ist laut Zeitplan in den Jahren 2019/2020 vorgesehen. Bis dann sollen auch die Auswirkungen der Oase-Massnahmen auf die Anbindung des unteren Aaretals aufgezeigt werden. Ausserdem wollen die Verkehrsplaner weitere Elemente des Fuss- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs ausarbeiten und im Richtplan festsetzen. Schliesslich muss in der nächsten Phase auch die Finanzierung aller Konzeptteile geklärt werden. Das Konzept Oase, das alle Verkehrsmittel einschliesst, hat als Zeithorizont das Jahr 2040.

Gestartet wurden die Planungen, als im Herbst 2013 das Projekt Baldeggtunnel begraben wurde – damals hatte sich gezeigt, dass der geplante Tunnel, der bis zu einer Milliarde Franken gekostet hätte, die Verkehrsprobleme im Ostaargau nicht lösen konnte.