AZ-Jasskönig 2018
Auftrumpfen in den Rebbergen: Auf diesen fünf Weingütern jassen die Aargauer um den Sieg

In zehn Tagen startet in Tegerfelden die Qualifikation für den AZ-Jasskönig 2018. Welcher Regierungsrat mitjassen wird – und was es in den Reben zu hören und kosten gibt.

Mario Fuchs
Drucken
Teilen
Wer wird im 2018 AZ-Jasskönig oder AZ-Jasskönigin? In vier Qualifikationsrunden versuchen 286 Jasserinnen und Jasser ihr Glück.

Wer wird im 2018 AZ-Jasskönig oder AZ-Jasskönigin? In vier Qualifikationsrunden versuchen 286 Jasserinnen und Jasser ihr Glück.

Archiv/Mario Heller

Der Freitag, 23. März, ist der Stichtag: Dann wird die erste Qualifikationsrunde des AZ-Jasskönigs 2018 ausgetragen. Die Aargauer Zeitung und Aargau Tourismus führen das Plauschturnier zum zweiten Mal durch. Nachdem im vergangenen Jahr bei der Premiere auf Aargauer Schlössern um den Titel gejasst wurde, kommen diesmal Aargauer Winzer zum Zug: Die vier Vorrunden gastieren in Tegerfelden (23. März), Remigen (20. April), Hornussen (4. Mai) sowie Untersiggenthal (25. Mai). Der Final findet am Freitag, 8. Juni, in Effingen statt (mehr zu den Spielorten siehe unten).

1. Qualifikation: 23. März, Aargauer Weinbaumuseum in Tegerfelden Gestartet wird, wie es sich gehört, an der Quelle: der Quelle des Wissens. Das Aargauisch-Kantonale Weinbaumuseum ist in der historischen Wiss-Trotte in Tegerfelden beheimatet – der notabene grössten Weinbaugemeinde im Kanton. Es hat von April bis Oktober jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die ehemalige Wiss-Trotte wurde vor 230 Jahren erbaut und wurde 1985 zum Museum umfunktioniert. Man erfährt nicht nur viel über die Geschichte der Reben und Trauben, sondern kann alles, was es zur Weinproduktion braucht, bestaunen: Küferei, Trotte, Arbeit im Rebberg, Veredelung, Pflanzenschutz, Abfüllung, Korkzapfenmaschinen, Fasslager. Ist der Wissensdurst gestillt, geht es in den Gewölbekeller – wo man das Endprodukt in flüssiger Form erleben kann. Im Aargau sind übrigens aktuell 63 Rebsorten für den Anbau zugelassen, davon sind zwei Drittel blaue und ein Drittel weisse Sorten.
5 Bilder
2. Qualifikation: 20. April, Weinbau Hartmann in Remigen Vor 33 Jahren gründeten Bruno und Ruth Hartmann ihr Weinbauunternehmen. Aus 16 Hektaren Reben keltern Hartmanns 22 Rot- und Weissweine sowie Spezialitäten. Die Reben wachsen an Jura-Südhängen, in der Nähe des ehemaligen Legionslagers Vindonissa, in das die Römer vor 2000 Jahren die Weinkultur gebracht hatten. Auch die 10 nebenberuflichen Winzer in Remigen bringen ihre Ernte zu Hartmanns. Die Betriebsphilosophie ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Es wird auf pilzwiderstandsfähige Sorten Vidal blanc, Regent und Cabernet Jura gesetzt. Diese brauchen praktisch keine Pflanzenschutzmittel. Neu kommt in diesem Frühling die vor 34 Jahren gezüchtete, Botrytis-resistente Sorte Souvignier gris dazu. Sie wurde in der Schweiz bisher erst wenig und im Aargau noch gar nicht angebaut. Die fleischigen Traubenbeeren ergeben einen kräftig-stoffigen Weisswein – 2018 wird die erste Ernte erwartet.
3. Qualifikation: 4. Mai, Weinbau Fürst in Hornussen Bis zur Gründung des Kantons Aargau 1803 besass das Kloster Säckingen in Hornussen Rebberge, wo Reben und Wein für den Stift gepflegt wurden. Diese Tradition wurde wieder aufgenommen, als 1965 aus verbuschtem Weideland ein Weinberg geschaffen wurde – mit der Lagebezeichnung Stiftshalde. Die Steillage ist, mit Wohnhaus und Kellerei, direkt nach Süden ausgerichtet. Die leichte Muldenlage, oben durch den Wald begrenzt, bildet ideale Voraussetzungen für ein warmes Mikroklima. Über 50-jährige Blauburgunder und Pinot-Gris-Stöcke bilden die Grundlage für extraktreiche Spezialitäten. In Sachen Weisswein werden über ein Dutzend Sorten angebaut. Seit über 20 Jahren pflegen Erika und Daniel Fürst die Reben und den Wein in der Stiftshalde. 2016 konnten sie ihren neuen Weinkeller einweihen. Die Verwirklichung, mitten im Rebberg die Kundschaft zu bedienen, ist ihr grosser Stolz.
4. Qualifikation: 25. Mai, Wein & Gemüse Umbricht in Untersiggenthal 1976 kommen Marie-Theres und Erwin Umbricht auf den Geschmack: Sie wollen vermehrt auf den Winzerberuf setzen. In mühevoller Arbeit erwerben sie viele kleine Rebparzellen. Der 76iger, ein Blauburgunder, ist der erste eigene Wein, den sie auswärts keltern lassen. In den folgenden Jahren bauen sie den Rebberg aus, pflanzen neue Sorten an. 2003 wagt Pirmin Umbricht den entscheidenden Schritt und baut einen Weinkeller, um selber keltern zu können und so die Qualität des Weins von A bis Z in der Hand zu haben. Heute produziert er jährlich rund 22’000 Flaschen Wein. Auf drei Hektaren, am Südhang des Siggenbergs, reifen 11 Sorten, darunter Pinot noir, Malbec, Sauvignon blanc oder Kerner. Pirmin Umbricht freut sich auf die Jasserinnen und Jasser der AZ: «Ich habe als Kind auch immer gejasst. Heute leider nicht mehr so oft, die Kinder können es noch nicht so gut», scherzt er. Weitherum bekannt ist das traditionelle Spargelessen, das jedes Jahr stattfindet.
Final: 8. Juni, Weinbau Büchli in Effingen Im Jahre 1946 kelterte die Familie Büchli den ersten eigenen Wein. Mit viel Mut und Zuversicht erweiterte sie die Rebfläche in den Fünfzigerjahren, um ab 1966 voll auf den Weinbau zu setzen. Sibylle und Peter Büchli haben den Betrieb 2008 übernommen und führen ihn nun in der 3. Generation. An Südlage keltern sie ihre Weine inmitten des Effinger Rebbergs, wo sie kürzlich auch ihre neue B-Wyy-Lounge eröffneten: ein Degustaionsraum mit Aussicht aufs Fricktal. Büchl jasst selber auch gerne: «Mit den Kollegen nach dem FC, aber nur zum Plausch.» Weitere Reben pflegen sie in den Nachbardörfern Bözen und Elfingen. Die gesamte Rebfläche beträgt knapp 6 Hektaren und ist grösstenteils mit den traditionellen Rebsorten Pinot Noir und Riesling-Sylvaner bestockt. Weitere Spezialitäten werden aus Zweigelt, Gamaret, Dornfelder, Cabernet Dorsa, Sauvignon Blanc und Gewürztraminer gekeltert.

1. Qualifikation: 23. März, Aargauer Weinbaumuseum in Tegerfelden Gestartet wird, wie es sich gehört, an der Quelle: der Quelle des Wissens. Das Aargauisch-Kantonale Weinbaumuseum ist in der historischen Wiss-Trotte in Tegerfelden beheimatet – der notabene grössten Weinbaugemeinde im Kanton. Es hat von April bis Oktober jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Die ehemalige Wiss-Trotte wurde vor 230 Jahren erbaut und wurde 1985 zum Museum umfunktioniert. Man erfährt nicht nur viel über die Geschichte der Reben und Trauben, sondern kann alles, was es zur Weinproduktion braucht, bestaunen: Küferei, Trotte, Arbeit im Rebberg, Veredelung, Pflanzenschutz, Abfüllung, Korkzapfenmaschinen, Fasslager. Ist der Wissensdurst gestillt, geht es in den Gewölbekeller – wo man das Endprodukt in flüssiger Form erleben kann. Im Aargau sind übrigens aktuell 63 Rebsorten für den Anbau zugelassen, davon sind zwei Drittel blaue und ein Drittel weisse Sorten.

AZ

Die Turniere richten sich an alle Jassfreunde, die Kenntnisse der Grundregeln haben. Gespielt wird ein Einzelschieber. Für alle Interessierten gibt es im Vorfeld ein Rahmenprogramm zum Thema Wein – selbstverständlich inklusive Degustation. Dass diese Kombination gut ankommt, zeigt der Stand der Anmeldungen: Nur anderthalb Wochen nach der Aufschaltung Anfang Jahr waren alle Turniere ausgebucht.

Fast 300 Jasserinnen und Jasser sind dabei. Unter ihnen sind auch Prominente wie der Aargauer Bildungs-, Kultur- und Sportdirektor Alex Hürzeler, Museum-Aargau-Direktor Marco Castellaneta und Winzerpräsident Roland Michel – oder Politiker wie Thierry Burkart, Christine Egerszegi und Sylvia Flückiger-Bäni.

Der «Jasskönig» wurde gar zum Exportschlager: Aufgrund des Erfolgs im Aargau haben die AZ Medien den Anlass zu den Basler Nachbarn exportiert, wo heuer erstmals um den bz-Jasskönig gespielt wird. Was auch den amtierenden AZ-Jasskönig Thomas Hollinger freut: Er hat an der ersten bz-Qualifikation teilgenommen – und es prompt wieder auf einen Finalplatz geschafft.