3'500 Menschen demonstrierten am Dienstagabend gemeinsam gegen Rassismus und für Solidarität mit den Menschen auf der Flucht. War es nur SP-Wahlkampf, wie Grünliberale-Nationalratskandidat Andreas Mahler kritisiert? 

Andreas Mahler, GLP, Aufstand der Anständigen

Warum er nicht mitgelaufen ist, erklärt Mahler gegenüber der Aargauer Zeitung: «Ich war erschlagen von all diesen SP- und Unia-Fahnen, die im vorderen Drittel des Menschenzuges dominiert haben.»

Für GLP-Nationalratskandidat Mahler ist demnach klar: «Es muss jeder selber wissen, ob er mitlaufen will oder nicht. Ich habe mich auch nicht sofort dagegen entschieden mitzulaufen. Ich habe den Entschluss gefasst, das Thema der Flüchtlingshilfe anderweitig zu unterstützen. Dies will ich aber nicht unter einem SP-Fahnenmeer tun», erklärt er.

Auf Twitter löste seine Entscheidung auch Reaktionen von Parteikollegen und anderen Politikern aus: 

Cédric Wehrmuth, SP, Aufstand der Anständigen

Für den Aargauer GLP-Nationalrat Beat Flach ist klar, der 'Aufstand der Anständigen' war keine SP-Veranstaltung: «Die Grünliberalen haben sich ebenfalls dazu entschlossen mitzulaufen. Es war eine übergreifende Veranstaltung für alle – das sah man an den Teilnehmern.» Insgesamt liefen über 60 Organisationen am Umzug durch Aarau mit; darunter die Pfadi Aargau und die drei Landeskirchen.

Für Flach war es ein gelungener Anlass: «Die Demonstration war ein grossartiges Zeichen gegen Rassismus und für die Solidarität mit den Menschen auf der Flucht.»

Beat Flach, GLP, Aufstand der Anständigen

Der GLP-Nationalrat zeigt sich beeindruckt. Wie er sich erinnert, sei dies seit Jahrzehnten eine der grössten Demonstrationen in Aarau gewesen – und das noch an einem Dienstagabend.

«Die Stimmung war super. Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass die Aufgaben mit den Flüchtlingen, die auf uns zu kommen gross sind. Aber es ist zu bewältigen», sagt Flach.

Trotzdem hat Andreas Mahler eine klare Meinung zum «Aufstand der Anständigen»: «Ich finde die Demonstration eine sehr gute Sache. Es ist schön, dass so viele Menschen für dieses Thema auf die Strasse gehen und sich zu diesem 'Aufstand' bekennen.»

Aufstand der Anständigen: Demonstration gegen Fremdenfeindlichkeit in Aarau.

Aufstand der Anständigen: Die Demonstranten wollen ein klares Zeichen gegen den Ausländerhass setzen und Flüchtlinge unterstützen.

Damit ist er gleicher Meinung wie Parteikollege Flach: „Die positive Stimmung war beeindruckend. Es war gut organisiert und friedlich. Man wollte ein gemeinsames Zeichen für unsere humanitäre Tradition setzen, für die Menschen, die auf der Flucht sind.“

«Aufstand der Anständigen»: Grossdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit in Aarau

Verschiedene Parteien, Kirchen und andere Organisationen stehen hinter dem „Aufstand der Anständigen“.

Lesen Sie hier die Ereignisse an der Demo im Liveticker nach: 

Liveticker: Demo «Aufstand der Anständigen»