Gränichen

Aufregung im Kindergarten: Eltern dürfen ihre Kinder am ersten Schultag nicht begleiten

Für viele Kinder im Aargau ist diese Woche der erste Schultag. (Symbol)

Für viele Kinder im Aargau ist diese Woche der erste Schultag. (Symbol)

In Gränichen müssen Eltern ihre Kinder am ersten Schultag an der Türe abgeben. Eine Mutter kann das nicht nachvollziehen und will den Entscheid nicht akzeptieren. Die Lehrerverbandspräsidentin nimmt die Schulen dagegen in Schutz.

Das eigene Kind am ersten Schultag begleiten – das ist in diesen Tagen nicht überall möglich. So ist offenbar in Gränichen wenige Tage vor Schulbeginn ein Schreiben an neue Kindergartenkinder und Erstklässler verschickt worden, in dem es heisst, dass die Kinder bei der Eingangstür von Lehrpersonen in Empfang genommen würden.

Für eine Mutter, deren Kind diese Woche den ersten Kindergartentag erleben wird, sei das ein Schock gewesen, wie sie gegenüber 20 Minuten erzählte. Nachdem bereits Schnuppertag und Eltern-Infoabend abgesagt wurden, kenne weder sie noch ihr Kind die Räumlichkeiten. «Es kann doch nicht sein, dass vierjährige Kinder ganz allein diesen Schritt machen müssen», so die Mutter, die anonym bleiben will.

Keine kantonale Regelung

Eine einheitliche Regelung zum Schulanfang gibt es im Kanton Aargau nicht. Manchenorts dürfen Eltern ihre Kinder begleiten, sofern sie eine Maske tragen – so zum Beispiel in Ehrendingen. In der Gemeinde Murgenthal darf laut 20 Minuten bei Kindergartenkindern ein Elternteil dabei sein, bei Primarschülern niemand. In Gränichen dagegen sei eben schon ab Kindergartenstufe keine Begleitung in den Räumen mehr zugelassen.

Der Sohn der Gränicher Mutter sei nach dieser Nachricht in Tränen ausgebrochen. Darum kündigte die Mutter an, den Entscheid der Schulleitung nicht akzeptieren zu wollen: «Gemeinsam mit anderen Müttern werde ich mein Kind an seinem ersten Tag begleiten und darauf bestehen, dass wir mit Hygienemasken wenigstens zehn Minuten in den Kindergarten gelassen werden.»

Niemand will für Infektion verantwortlich sein

Verständnis für die emotionale Reaktion der Kinder und Eltern zeigte Dagmar Rösler, Zentralpräsidentin des Lehrerverbands Schweiz (LCH). «Es ist ein Stück weit normal, dass einige Kinder Mühe haben mit diesem grossen Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Und auch manchen Eltern fällt es schwer, loszulassen», sagte Rösler zu 20 Minuten. Es sei daher wichtig, die Kinder richtig auf den ersten Schultag einzustellen, sie für diesen grossen Tag zu ermutigen und die Vorfreude zu wecken.

Dennoch nahm Rösler auch die Schulen in Schutz: die Verantwortung der Schulleitungen sei riesig. Ich verstehe, dass man auf keinen Fall für eine Infektion verantwortlich sein will und deswegen sogar die Schule schliessen muss», so die LCH-Präsidentin. Sie zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass es trotz der Massnahmen geeignete Wege gebe, den ersten Schultag angemessen zu feiern.

Meistgesehen

Artboard 1