Familiensuche

Auf der Suche nach der vermissten Mutter hat Marco (19) sein Aargauer Grosi gefunden

Online-Elternsuche geht viral (20. Januar 2017)

Online-Elternsuche geht viral

Ein 19-Jähriger ist bei Pflegeeltern aufgewachsen und sucht nun nach seinen leiblichen Eltern. Schon seit 3 Jahren ist Marco Hauenstein auf der Suche.

Via Facebook sucht Marco Hauenstein seine leiblichen Eltern. Grossmutter Silvia hat er nun in Kleindöttingnen das erste Mal getroffen.

In einem öffentlichen Posting in Facebook schrieb Marco Hauenstein unter dem Namen Marco Julius Hauenstein folgende berührende Worte: «Ich bitte darum, teilt diesen Beitrag, denn ich möchte nun endlich wissen woher ich komme, und ich habe Sehnsucht nach einer Familie.»

Dazu postete er ein altes Bild seiner damals 28-jährigen Mutter, die am 19. Februar 2000 als vermisst gemeldet wurde. Der Beitrag wurde mehr als 7000 Mal geteilt, Hauenstein bekam Hilfe und Hinweise aus der ganzen Schweiz und Reaktionen von internationalen Medien, sogar von den britischen BBC

Als Kleinkind befand sich der Zuger in einem dreimonatigen Drogenentzug: Drogen, die seine Mutter konsumierte und auf die bei Marco eine heutige Sehschwäche zurückzuführen ist. Später wuchs er bei zwei Pflegefamilien auf. "Es war damals kein Problem für mich", erzählt er. "Ich hatte eine Familie und konnte damit umgehen. Mit dem Alter wurde aber die Sehnsucht nach der leiblichen Familie immer grösser." 

Nach langer Suche fand er zuerst seine Tante, die ihm ein Bild von sich in den Armen seiner Mutter gab. "Mein Grosi hat mich ebenfalls gesucht, konnte mich aber nicht finden. Dieses Gefühl ist wunderschön."

Marco Hauenstein als Baby im Arm seiner Mutter

Marco Hauenstein als Baby im Arm seiner Mutter

Jetzt hat Marco zwei neue Familienmitglieder gefunden: seine Grossmutter Silvia und seinen Onkel. Im Gespräch mit dem Newsportal 20 Minuten äussert sich der Zuger zum emotionalen Treffen: "Ich habe einen Hinweis auf Facebook erhalten und bin darauf mit Freunden in den Kanton Aargau gefahren. Wie haben ein Haus nach dem anderen abgesucht, bis ich auf einem Briefkasten plötzlich den Namen meiner Grossmutter entdeckte."

Obwohl er sehr nervös gewesen sei, habe er trotzdem geklingelt. «Sie öffnete die Tür, sagte ‹Oh Marco, endlich bist du da›, liess mich ins Haus und wir haben rund eine Stunde miteinander gesprochen – auch der Onkel war dabei», erzählt der 19-Jährige.

Bei der Suche nach seiner Mutter Gina hätten ihm Grosmutter und Onkel aber nicht helfen können: «Sie haben mir erzählt, dass meine Mutter im Februar 2000 weggelaufen sei und sie anschliessend eine Vermisstmeldung aufgegeben hätten», so Hauenstein. 

Von seinem Vater fehlt Hauenstein jegliche Information, er weiss nicht einmal dessen Namen. Doch gibt er die Hoffnung nicht auf, wenigstens seine Mutter zu finden und kennen zu lernen. 

Der Zuger stützt sich auf aktuelle Hinweise und auf die Hilfe seines Grosis: «Es gibt ja auch einen Grund, wieso meine Grossmutter sie auch nach bald 17 Jahren noch nicht für tot hält.» Mehr könne er aber nicht verraten.

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