Demonstration

Auch Kantonspolizisten gehen gegen die Sparpläne auf die Strasse – als «weisser Block»

Die Ehrengarde der Kantonspolizei Aargau probt den Staatsbesuch des oesterreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann auf dem Platz vor dem Regierungsgebaeude.

Die Polizei geht für einmal in eigener Sache auf die Strasse. Im Bild: Kapo probt für Staatsbesuch.

Die Ehrengarde der Kantonspolizei Aargau probt den Staatsbesuch des oesterreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann auf dem Platz vor dem Regierungsgebaeude.

Der Druck gegen die geplanten Sparmassnahmen im Kanton Aargau wächst. Auch die Kantonspolizisten beteiligen sich nun nächsten Dienstag an der Demonstration. Allerdings wollen sie sich gegen die Lehrer abgrenzen.

Es war seine letzte Jahresversammlung als Präsident des Verbandes der Kantonspolizei Aargau an diesem Donnerstag. Nach zehn Jahren tritt Markus Leimbacher ab. Zu seinem Abschied zeigte sich der Polizeigewerkschafter in seiner Ansprache nochmals kämpferisch. Leimbacher wehrt sich für die Uniformierten gegen den geplanten "Kahlschlag", von dem auch die Polizei direkt und indirekt betroffen sei.

"Was die Polizistinnen und Polizisten besonders trifft", so Leimbacher, "ist die Abschaffung der Entschädigung für die Fahrzeugstellungspflicht." Konkret will der Regierungsrat die Pauschale abschaffen, welche Kantonspolizisten dafür bekommen, dass sie ihr privates Fahrzeug stellen. Dies stösst den Polizisten besonders sauer auf, weil sie neuerdings für die Benutzung der Parkplätze zur Kasse gebeten werden, obwohl sie ursprünglich davon ausgenommen werden sollten.

Über 200 Polizisten erwartet

Angst herrscht bei der Polizei auch betreffend Stellenabbau. 15 Stellen wurden bereits gestrichen. Und Leimbacher macht sich keine Illusionen: "Die Kantonspolizei wird auch in Zukunft von einem weiteren Personalabbau nicht verschont bleiben."

Als Summe ist das nun auch für die treuen Staatsdiener in Uniform zuviel. Der Kapo-Verband hat sich entschieden, an der Kundgebung vom nächsten Dienstag teilzunehmen, wie Verbandspräsident Leimbacher bestätigt. 

Ein ungewöhnliches Bild: Normalerweise sind Polizisten bei Demonstrationen als Ordnungshüter im Dienst, um etwelche Ausschreitungen zu verhindern. Für einmal gehen sie selber auf die Strasse, zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern, welche den Protest gegen den Bildungsabbau organisiert haben.

Leimbacher hätte es zwar lieber gesehen, wenn die Kundgebung unter dem Dach des gesamten Staatspersonals stattgefunden hätte. Aber das kam nicht zustande.

Den Polizisten ist es nun wichtig, beim Protest "nicht in den gleichen Topf mit den Lehrern geworfen zu werden", wie es Leimbacher ausdrückt. Denn es werde in der Öffentlichkeit oft vergessen, dass es nicht nur um Bildungsabbau gehe, sondern auch das übrige Staatspersonal von den Sparmassnahmen betroffen sei.

Darum werden für die Demo weisse Westen an die Polizisten verteilt. "Wir wollen als Einheit wahrgenommen werden", betont Leimbacher gegenüber der az. "Sozusagen als weisser Block im Gegensatz zu einem schwarzen Block, wie man ihn von anderen Demonstrationen kennt.

Mindestens 200 Polizistinnen und Polizisten werden für die Kundgebung erwartet.

Neben den Kantonspolizisten haben sich weitere Arbeitnehmerorganisationen für die Kundgebung angemeldet: u.a. der Staatspersonalverband, der VPOD und die Syna.

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Autor

Rolf Cavalli

Rolf Cavalli

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