Da Franziska Roth krankheitshalber ihre Amtsgeschäfte nicht mehr weiterführen kann, hat der Regierungsrat die Stellvertretung in der Departementsführung sofort geregelt.

Regierungsrat Stephan Attiger, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, bisher Stellvertreter von Franziska Roth, übernimmt zusätzlich das Departement Gesundheit und Soziales.

«In der Regierung hat es funktioniert, die öffentliche Wahrnehmung war eine andere»: Stellvertreter Stephan Attiger im Interview zum Rücktritt von Franziska Roth

«In der Regierung hat es funktioniert, die öffentliche Wahrnehmung war eine andere»: Stellvertreter Stephan Attiger im Interview zum Rücktritt von Franziska Roth

Am Dienstag fehlte Regierungsrätin Franziska Roth noch krankheitshalber im Grossen Rat – heute gibt die 55-Jährige ihren Rücktritt vom Amt bekannt. Roth war bereits Ende April aus der SVP ausgetreten, Grund dafür war massive Kritik aus der eigenen Partei. Seither übte sie ihr Amt als Parteilose aus.

Die Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz wird dem Departement Volkswirtschaft und Inneres von Landammann Urs Hofmann zugeteilt. Sein Departement ist neu auch für das Projekt kantonale Grossunterkunft zuständig.

Das Beteiligungsmanagement der kantonalen Spitäler (KSA, KSB, Psychiatrische Dienste AG) wird vom Finanzdepartement von Landstatthalter Markus Dieth betreut.

Stephan Attiger war an einer kurzfristig einberaumten Medieninformation der Regierung gestern Nachmittag im Regierungsgebäude dabei. Auf die Frage, ob er, der selbst schon einem grossen Departement vorsteht, diese Zusatzaufgabe überhaupt bewältigen kann, sagt er: «Wir werden das Tagesgeschäft normal weiterführen können. Die grösseren Geschäfte schauen wir jetzt an, analysieren, was dringlich ist und was zuwarten kann. Wichtig ist, dass wir vorwärtsmachen, Projekte vorantreiben und nicht stehen bleiben wollen. Das gilt insbesondere bei völlig unbestrittenen Projekten.»

Bei Geschäften von strategischer Bedeutung werde man genau überlegen, ob man der künftigen Departementsleitung vorgreifen oder warten solle. Was bedeutet das für die grosse Spitalgesetzrevision? Hier wie auch beim Entscheid über die künftigen Leistungsaufträge der Spitäler werde es diese Überlegungen geben. Attiger betont: «Das immer mit dem Ziel, das Beste für den Kanton Aargau zu machen.» Bei ersten Kontakten am Mittwoch mit dem Kader des Gesundheits- und Sozialdepartements habe er motivierte und engagierte Mitarbeitende angetroffen. «Das stimmt mich zuversichtlich, dass wir die Herausforderungen gemeinsam meistern», so Attiger. Organisatorisch wird in den kommenden Monaten das meiste zu den beiden Departementen über das Sekretariat des Baudepartements laufen.

Mit seiner Familie konnte Attiger bis gestern Abend noch gar nicht sprechen. Wird sie ihn in den kommenden Monaten mehr als nur noch zwischendurch sehen? Attiger: «Da bin ich im Moment noch überfragt. Wichtig ist jetzt, Prioritäten zu setzen, auch in meinem Departement. Ich betreue im Auftrag der Bau- und Energiedirektorenkonferenz viele nationale Projekte. Auch da werde ich mich zurücknehmen. Ich werde im kommenden halben Jahr wahrscheinlich nicht mehr überall dabei sein, auch an öffentlichen Anlässen weniger präsent sein können. Ich bin aber sicher, dass die Bevölkerung dafür Verständnis hat.»