Jura-Südfuss
Atomendlager würde Kanton Millionen Franken in die Kasse spülen

Ein Endlager für Atomabfälle beim Jura- Südfuss würde pro Jahr eine mittlere Wertschöpfung von 5,5 Millionen Franken generieren. Hinzu kämen 45 Vollzeitstellen. Landwirtschaft und Tourismus müssten jedoch Einbussen hinnehmen. Das zeigt eine Studie.

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Ein Planungsbild eines Atommüll-Tiefenlager (Symbolbild)

Ein Planungsbild eines Atommüll-Tiefenlager (Symbolbild)

Keystone

Die Region, in der das Atomendlager untergebracht werden soll, darf mit einer Abgeltung rechnen und soll für die übernommene Leistung finanziell entschädigt werden. Das spült Geld in die Kassen des Kantons: Die Höhe der Entschädigung beträgt über eine längere Zeitdauer bis zu 800 Millionen Franken für ein Kombilager. Das entspricht im Durchschnitt bis zu 8,5 Millionen Franken.

Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) hervor, welche die Auswirkungen eines Atomendlagers auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie einer potenziellen Standortregion unter die Lupe nahm.

Der vom BFE am Montag veröffentlichte Zwischenbericht umfasst einen Zeitraum von 94 Jahren, vom Bau bis zum Verschluss des Tiefenlagers.

Am dichtesten besiedelt

Die Region Jura-Südfuss ist aus geologischer Sicht einzig für ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) geeignet. Sie umfasst Gemeinden des Kantons Solothurn und des Kantons Aargau. Damit würde die Höhe der Entschädigung gesenkt werden, weshalb gemäss Studie noch rund 3,2 Millionen Franken pro Jahr (insgesamt 300 Millionen Franken) in die Kassen spülen würde.

Die Region ist im Vergleich zu anderen potenziellen Standorten für ein Lager mit Abstand am grössten und gleichzeitig am dichtesten besiedelt.

Im Verhältnis zur regionalen Wirtschaftskraft und Beschäftigung machen die durchschnittlichen Wirkungen eines Tiefenlagers lediglich 0,04 Prozent bei der Wertschöpfung beziehungsweise 0,05 Prozent bei der Beschäftigung aus. Diese Werte liegen deutlich unter den Anteilen in den anderen potenziellen Standortregionen.

Die Spitzen bei der Wertschöpfung und Beschäftigung werden gemäss Studie während des Lagerbaus mit jährlich rund 23,4 Millionen Franken und 210 Vollzeitstellen erreicht.

Einbussen für Tourismus und Landwirtschaft

Negative Auswirkungen hat ein Endlager auf den Tourismus und die Landwirtschaft, weil bei vielen Leuten Skepsis gegenüber dem Atomlager besteht. Der Rückgang der touristischen Wertschöpfung beträgt rund 800'000 Franken pro Jahr und bei der Landwirtschaft rund 100'000 Franken, wie es in der Studie heisst.

Der Betrieb eines Atomendlagers erwirtschaftet keinen Gewinn. In der Standortregion fallen daher nur die Einkommenssteuern der direkt oder indirekt Beschäftigten sowie allfällige Unternehmenssteuern von Firmen an, die Aufträge des Tiefenlagers ausführen.

Die steuerlichen Wirkungen eines Lagers betragen im Durchschnitt über die gesamten Projektdauer rund 237'000 Franken pro Jahr. Hinzu kommen gemäss Studie jedoch rund 3,2 Millionen Franken pro Jahr, die der Standortregion als Abgeltung bezahlt werden.

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