Aarau/Suhr
Asylzentrum im Schwesternhaus gleicht einer Hochsicherheitszone

Das frisch eröffnete Asylzentrum im ehemaligen Schwesternhaus des Kantonsspital Aarau gleicht einem Gefängnis. Die im gleichen Gebäude untergebrachten Studenten freut das gar nicht.

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Absperrzäune und Warnschilder: So präsentiert sich das neue Zentrum für Asylsuchende im ehemaligen Schwesternhaus des Kantonsspital Aarau.

Absperrzäune und Warnschilder: So präsentiert sich das neue Zentrum für Asylsuchende im ehemaligen Schwesternhaus des Kantonsspital Aarau.

Keystone

Zwei Meter hohe Sicherheitszäune, Warnschilder und Sichtschutzmassnahmen – so präsentiert sich das heute Dienstag eröffnete Zentrum für Asylbewerber im ehemaligen Schwesternhaus des Kantonsspital Aarau an der Südallee 22 in Suhr.

Die Asylbewerber sollen offensichtlich von den übrigen Nutzern des Gebäudes, Studenten der höheren Fachschule Gesundheit und Soziales, abgeschirmt werden.

Ein Miteinander sollte möglich sein

So sind auch zwei seperate Eingänge für Asylbewerber und Studenten zu benutzen. Dem angehenden Sozialpädagogen Luca Wälthy gefällt das gar nicht: «Die Massnahmen beschneiden auch unsere Freiheiten» und «Ich finde, die Asylsuchenden und wir Studenten, das geht gut zusammen und die Abtrennungen und Zäune braucht es nicht».

Auch Cédric Seiler, ebenfalls angehender Sozialpädagoge, macht sich Sorgen: «Ich frage mich, was hier den Asylsuchenden kommuniziert werden soll.» Er findet gar, dass es sich bei den Massnahmen um «Angstmacherei» handelt.

Die Schulleitung der höheren Fachschule Soziales und Gesundheit Aarau war in die Planung des Asylzentrums involviert. Sie will vorerst abwarten. Die Studenten hingegegen möchten, dass die Zäune lieber heute als morgen verschwinden. (rhe)